Raus aus dem Öl- und Gasgeschäft

Die A.P. Moeller-Maersk, die weltweit größte Containerschiff-Reederei, hat sich nun endgültig aus dem Öl- und Gasgeschäft zurückgezogen. Nachdem schon im Jahr 2017 ein großer Teil der Sparte an Total, einem Energieriesen aus Frankreich, verkauft wurde, wird das aktuell noch vorhandene Bohrgeschäft ebenfalls abgespalten und im nächsten Jahr an die Kopenhagener Börse gebracht. Mit Anfang 2019 will sich der dänische Konzern ausschließlich mit dem Logistik- und Transportgeschäft befassen. „Nach einer eingehenden Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Abspaltung von Maersk Drilling die für die Aktionäre beste Option ist“, so das Unternehmen im Zuge einer Aussendung. Die Tatsache, dass die Bohrschiffe und auch -inseln des Konzerns nicht zu 100 Prozent ausgelastet sind, erschwerte auch den direkten Verkauf des Geschäfts.

 

Aktienkurs kletterte nach oben - Maersk verzeichnete ein Plus von 5,4 Prozent

Die A.P. Moeller-Maersk bekam schon im Zuge des 7,5 Milliarden US-Dollar schweren Verkaufs des Gas- und Ölgeschäfts einen Anteil am französischen Energieriesen Total. Den Großteil der 78 Millionen Aktien von Total will der dänische Betrieb jedoch nach der Trennung von seinem Bohrgeschäft zur Verteilung an die Aktionäre freigeben. Derartige Ankündigungen kommen bei den Anlegern immer gut an - nach Veröffentlichung der Meldung kletterte der Aktienkurs an der Kopenhagener Börse um 5,4 Prozent nach oben.


Der Umsatz ist gestiegen, der Gewinn ging jedoch zurück

Mit Gegenwind hat der Konzern Maersk aber im klassischen Reederei-Geschäft zu tun. Der Grund? Aufgrund der Tatsache, dass die Frachtpreise mit Anfang August gefallen sind, musste die Prognose für den Gewinn gegen Ende des Jahres korrigiert werden. Im zweiten Quartal 2018 verbuchte die Reederei ein Umsatzplus von 24 Prozent (9,5 Milliarden US-Dollar) - dies auch wegen der Übernahme der Hamburg Süd-Reederei. Jedoch ging der Betriebsgewinn um 18 Prozent (883 Millionen US-Dollar) zurück.


Unternehmen steckt in den tiefroten Zahlen

Der Grund für den Gewinnrückgang? Die immer höher gewordenen Preise für den Treibstoff. Auch wenn unterm Strich im ersten Halbjahr ein Gewinn von rund 2,79 Milliarden US-Dollar - also rund 2,45 Milliarden Euro - verbucht werden konnte, so ist das Bild getrübt, da dieser extrem stark vom Verkauf des Ölsektors beeinflusst wurde. Rechnet man die Verkäufe aus dem Ergebnis, so befindet sich der dänische Konzern in den tiefroten Zahlen - aktuell befindet sich der Maersk bei 305 Millionen US-Dollar. Nun muss man mit dem Jahr 2019 spekulieren und hoffen, dass das Logistik- und Transportgeschäft besser läuft.