Ready, steady, Google

Im Rahmen eines spektakulären Live-Experiments konnten Google-Entwickler das Publikum verblüffen. Innerhalb einer Stunde entwickelten die Programmierer eine Cloud-basierte Applikation zur Überwachung des Stresslevels. Die App war dabei zwar nicht perfekt, doch die Entwicklungszeit von lediglich einer Stunde begeisterte das Publikum.

Grundsätzlich ist der Perfektionismus deutscher Ingenieure eine gute Eigenschaft, denn ihre Entwicklungen zeichnen sich oft durch Langlebigkeit aus. Dies genießt im internationalen Kontext einen guten Ruf und lockt Käufer an.

Allerdings ist diese grundlegende Einstellung nicht immer gut. Dies gilt vor allem im Bereich der Informationstechnologie. Dies zeigten die Entwickler anhand eines IoT-Projektes. Während die deutschen Entwickler eine perfekte Funktionsweise und fehlerfreie Veröffentlichung der Anwendung avisieren, haben amerikanische Konkurrenten ein entsprechendes Produkt oftmals bereits veröffentlicht. Die langsame Entwicklung sorge auch dafür, dass aus der vierten industriellen Revolution, welche auch unter dem Label Industrie 4.0 vermarktet wird, eher zu einer behutsamen Evolution degradiert. Dass eine Entwicklung einer IoT-Anwendung dabei nicht allzu schwer sein muss, bewiesen einige Programmierer von Google. Im Rahmen einer Sitzung bei Google Cloud Next führten Gabe Weiss und vier seiner Kollegen das Publikum durch den Prozess der Entwicklung einer IoT-Anwendung anhand einer Stressüberwachungssoftware. Die fertige Anwendung war binnen einer Stunde fertiggestellt. Bereits zu Beginn merkte Weiss an, dass die Entwicklung innerhalb einer Stunde abgeschlossen werden kann. Allerdings seien zahlreiche projektspezifische Fragestellungen im Voraus geklärt worden. Zudem wäre die Entwicklung einer solchen Anwendung innerhalb eines solchen Zeitfensters bei Berücksichtigung sämtlicher Rahmenbedingungen schlichtweg unmöglich.

 

Der Weg zur IoT-Applikation

Die Grundlagen zur Entwicklung sind laut Weiss eine gute Strategie und die Vertrautheit mit der entsprechenden Technologie – im Rahmen der Präsentation stellten die Entwickler die Google Cloud Plattform vor. Somit wäre es möglich, eine experimentelle IoT-Plattform innerhalb eines kurzen Zeitfensters zu entwickeln. Die entwickelten Funktionalitäten bieten dem Nutzer zudem einen unmittelbaren Mehrwert. Auch für den Entwickler ergeben sich unmittelbare Vorteile. So könne die Entwicklung genutzt werden, um Daten einzusehen und zu nutzen, um einen schnellen Return on Investment zu erzielen.

Für Weiss ist der erste Schritt der App-Erstellung die Identifikation einer Idee, die anschließend die Art der benötigten Technologien vorgibt. Das Projekt sollte den Zuschauern schnell verdeutlichen, wie es um die Präsentatoren bestellt ist. Demnach wollte Weiss den coolsten, nervösesten und ängstlichsten Entwickler auf der Bühne durch die Messung verschiedener Indikatoren analysieren. Eine Identifikation des Stresslevels wäre beispielsweise durch die Messung des Cortisol-Spiegels möglich. Ein höheres Maß des Hormons im Speichel oder Blut würde als Indikator für das Stresslevel der Testperson stehen. Solche Auswertungen waren im Rahmen der Präsentation allerdings nicht erlaubt, sodass Weiss eine Messung des Blutdrucks veranlasste. Schlussendlich konnte die Höhe des Blutdrucks eine Aussage zum Stresslevel des Probanden treffen.

Auch wenn der reale Mehrwert dieser Entwicklung eher fragwürdig ist, so verdeutlicht das Experiment doch, dass die Entwicklung einer IoT-App keine unlösbare Aufgabe ist. Vielmehr müssten Unternehmen einen Fokus auf die vorhandenen Skills legen und eine Entwicklung einer entsprechenden App forcieren.