Reich werden durch Sneakers - Wie geht das?

Früher waren Sneakers insbesondere als Sportschuh bekannt. Doch mittlerweile hat sich die Meinung zu diesem Trendschuh gedreht, denn immer mehr Menschen sehen in diesen Schuhen mehr als nur einen modischen Hingucker. Aktuell gelten Sneakers als Spekulationsprodukt, sodass schlaue Anleger Tausende Euro verdienen können.

Dass Sneakers mittlerweile als Kultobjekt zählen ist spätestens seit dem Erfolg von Michael Jordan klar. Zwar konnte er bereits als Basketball-Profi ein Vermögen verdienen, doch insbesondere die Lizenz, welche seinen Namen unweigerlich mit dem „Nike Air Jordan“ verband, verhalf ihm zum Reichtum.

Heutzutage gelten diese Turnschuhe nicht nur als sportliche Treter für den Alltag, sondern auch als Spekulationsobjekt. Verdeutlicht wird dieser Umstand etwa von einem Sammler, der 2016 rund 104.000 Dollar ausgab, um den „Nike Mag“, welcher von Michael J. Fox im Film „Zurück in die Zukunft“ getragen wurde, zu kaufen. Doch neben den Sammlern werden auch immer mehr Kenner aktiv, die durch die zunehmende Spekulation ein profitables Geschäft wittern.

Die Suche nach dem passenden Schuh

Der passende Sneaker muss jedoch ein Modell der ersten Stunde sein, denn nur so kann der Wert gesteigert werden. Laut Viet Duc Le sind zudem Glück, Geduld und Kontakte zu Interessenten wichtig für den finanziellen Erfolg. Insbesondere Nike, Asics und Adidas, die großen Sneaker-Hersteller, haben den Trend zur Spekulation erkannt und bringen deshalb nahezu wöchentlich neue und stark limitierte Sondereditionen auf den Markt. Diese limitierten Versionen sind oftmals nur in hundertfacher Ausführung vorhanden, in Ausnahmefällen handelt es sich sogar um wenige Dutzend. Durch ein geschicktes Marketing der Hersteller wird der normale Sneaker somit zu einem Objekt der Begierde, für das manche sogar vor den Stores der Hersteller campen.

Eins der prominentesten Beispiele in Deutschland ist beispielsweise ein Schuh von Adidas, der ein integriertes Jahresticket der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) enthält und über die Musterung der bekannten U-Bahn-Sitzpolster verfügt. Dieser limitierte Schuh wurde lediglich 500-mal verkauft und hatte einen Preis von 180 Euro. Nach der Veröffentlichung war der Schuh sofort ausverkauft, da ein Jahresticket der BVG sonst 760 Euro kostet. Mittlerweile wird der Schuh auf Ebay für mindestens 650 Euro gehandelt, sodass die Käufer einen Gewinn von 260 Prozent verbuchen können.

Raffles – die modernen Auslosungen der Hersteller

Wer eine interessante, limitierte Sonderausgabe gefunden hat, muss bei einem sogenannten Raffle mitmachen. Hierbei handelt es sich um eine Auslosung, die von einem Hersteller ausgeschrieben wird. Wer etwas Glück hat, erhält ein Kaufrecht auf einen dieser Schuhe. Insbesondere Schuhe, die häufig verwendete Größen besitzen, schneiden gut ab. Nachdem der Interessent die Auslosung gewonnen hat, kann er den Schuh zur UVP des Herstellers erwerben und anschließend wiederverkaufen.

Laut den einschlägigen Expertenmeinungen ist der Verkauf am Erscheinungstag am gewinnträchtigsten, da hier das Marktinteresse am höchsten ist. Einige Schuhe steigern den Wert jedoch erst mit der Zeit. Als prominentes Beispiel können etwa die Adidas Yeezy-Boost angeführt werden, die durch eine Kooperation mit Kayne West entstanden. Durch die öffentliche Präsentation auf einem Konzert ist der Wert des Schuhs in die Höhe geschnellt.

Geschwindigkeit ist in diesem Marktumfeld entscheidend

Wichtig ist jedoch, dass der passende Moment abgepasst wird. Denn wird auf ein anhaltendes Wertwachstum gesetzt, so kann der richtige Moment schnell verpasst werden. Betrachtet man beispielsweise den Yeezy-Boost, so lag dessen Höchstpreis bei 1.500 Euro nachdem Kayne West das Konzert gab. Mittlerweile wird der Schuh für rund 150 Euro verkauft. Grund für diese Volatilität ist die Kurzlebigkeit der Modebranche, sodass es regelmäßig neue Trends gibt. Zudem setzen sich neue Trends schnell durch, wie das Beispiel der Adidas Boost-Serie zeigt.

Waren die Schuhe zu Beginn noch rar und exklusiv, so gehören sie mittlerweile zum Straßenbild. Dieses Jahr produziert Nike die beliebtesten Sneakers. Insbesondere die Off-White-Serie sticht hierbei heraus und Kunden warten auf neue Modelle in anderen Farben. Mit dem Verkaufsstart des ersten Sneakers aus einem 3D-Drucker könnte Adidas den Markt zeitnah komplett durcheinanderwürfeln und die Marktführerschaft zurückerobern.