Rekordgewinn für Amazon: Online-Handel nicht entscheidend

Nach Börsenschluss am Donnerstag, den 26.07.18, hat das US-Tech-Unternehmen seinen jüngsten Geschäftsbericht für das zweite Quartal 2018 vorgelegt. Die Anleger gerieten in Verzückung, denn erneut wurde ein kräftiger Gewinn ausgewiesen, pro Aktie 5,07 Dollar, insgesamt 2,5 Mrd. Dollar. Somit wurden die Erwartungen der Analysten um das Doppelte übertroffen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr betrug der ausgewiesene Gewinn 197 Millionen Dollar.

Beim Gesamtumsatz zwischen Anfang April und Ende Juni legte der Konzern um 39 Prozent auf 52,9 Mrd. Dollar zu - Anleger hatten bei dieser Kennziffer jedoch noch mehr erwartet. Aufgrund des Gewinns stieg die Aktie dennoch: nachbörslich um über drei Prozent auf über 1.866 Dollar. Dieser Aktienkurs stellt ebenfalls einen neuen Rekord dar.
 

 

Rendite im Kerngeschäft stockt

Weltweit erlebt der Onlinehandel einen wahren Boom, als größter Onlinehändler profitiert das Unternehmen aus Seattle überproportional davon. Aktionäre waren es jahrelang gewohnt, dass Amazon mehr Geld in Investitionen zugunsten schnelleren Wachstums und der Erschließung neuer Geschäftsfelder steckt als in Gewinnausschüttungen. In den letzten Quartalen wurden allerdings immer Milliardengewinne ausgewiesen. Besagte Investitionen in den Streamingdienst Prime, die Cloud, das Online- und Offlinelebensmittelgeschäft, den Aufbau einer eigenen Auslieferinfrastruktur, das Musikstreaming und vieles mehr beginnen sich auszuzahlen.

Das Erstaunliche ist, dass der Platzhirsch des Online-Shoppings vor allem mit seinem Cloud-Dienst AWS und der Online-Werbung Geld verdient. 1,6 Mrd. Dollar wurden in den letzten drei Monaten mit der Sparte AWS verdient - bei einem relativ kleinen Umsatz von 6,1 Mrd. Dollar. Der Vertrieb von physischen Produkten macht also nicht den Hauptanteil vom Rekordgewinn aus. Was mit dem Vermieten ungenutzter Serverkapazitäten begann, entwickelte sich zum Marktführer im Cloud-Computing, noch vor Microsoft, Google und IBM.

 


Neues Geschäftsfeld zahlt sich aus

Auch den Werbemarkt lässt sich der Onlinehändler nicht entgehen. Die Website verkauft nicht nur Artikel und stellt die Plattform für Dritthändler zur Verfügung, sondern veräußert auch Anzeigenplätze. In Zeiten, in denen viele Konsumenten direkt bei Amazon suchen, statt Google zu nutzen, ein lohnendes Geschäft. Wenngleich Jeff Bezos keine Angaben zum Gewinn dieser Sparte macht. Der Umsatz in Q2 2018 betrug 2,2 Mrd. Dollar und dürfte hochprofitabel sein.

Nach der Bekanntgabe des veritablen Ergebnisses steigerte der Konzern seinen Börsenwert auf über 900 Mrd. Dollar. Noch steht Apple mit 950 Mrd. Dollar auf Rang Eins. Dies könnte sich bei anhaltend guten Zahlen in nächster Zeit ändern.