Rendite mit Mission: Wirkungsorientiertes Investieren kommt gut an

Innerhalb kurzer Zeit hat das Impact Investing eine große Dynamik entwickelt. Gerade Stiftungen wollen ihr Kapital sozial und gesellschaftlich wirksam investieren.

Impact Investing, also wirkungsorientiertes Investieren, gilt als Ausdruck zivilgesellschaftlicher Verantwortung. Das Konzept schlägt eine Brücke zwischen positiver sozialer Wirkung und privatem Investmentkapital, mit dem zivilgesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen werden soll. Mit den Investitionen in Unternehmen, Organisationen und Fonds wird die gezielte Absicht verfolgt, neben einer positiven finanziellen Rendite messbare, positive Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesellschaft zu erzielen.

Innerhalb kurzer Zeit hat Impact Investing eine große Dynamik entwickelt. Laut dem Global Impact Investor Survey des Global Impact Investing Networks (GIIN) waren im Jahr 2018 bereits 228 Milliarden Dollar in Impact Investments angelegt, Tendenz steigend. Aber: „Impact Investing steckt in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch in den Kinderschuhen. Gerade Stiftungen können hier als Vorreiter wichtige Impulse setzen. Impact Investing bietet die Chance, die Anlage des Stiftungsvermögens zugunsten einer zusätzlichen gesellschaftlichen Rendite neu auszurichten“, heißt es beim Bundesverband Deutscher Stiftungen.


Milliardensummen in Impact Investments

Wichtig dabei ist die Kombination aus sozialer Wirkung und Rendite – schließlich müssen Stiftungen Geld verdienen, um ihre satzungsgemäßen Zwecke zu erfüllen. Dass dies offensichtlich gelingt, zeigt die globale Entwicklung. In den USA und Großbritannien investieren Stiftungen heute jedenfalls bereits Milliardensummen in Impact Investments und haben sich teils dazu verpflichtet, 100 Prozent ihres Vermögens wirkungsorientiert anzulegen, heißt es in einem Medienbericht. So habe die Ford Foundation als sehr prominentes Beispiel bereits 2017 angekündigt, in den kommenden zehn Jahren eine Milliarde Dollar ihres Stiftungsvermögens satzungszweckbezogen in Impact Investments anzulegen, bei den US-Amerikanern „Mission-Related Investments“ (MRI) genannt. Die Vorgaben sind streng: Wie traditionelle Investments müssten auch Mission-Related Investments den typischen Vorgaben der Geldanlage entsprechen, aber dabei eben auch eine soziale Wirkung entfalten. Dadurch könne viel Kapital investiert werden, um zu zeigen, dass Impact Investing zu einer „mainstream practice“, also einer generellen Haltung, werden könne. Die Ford Foundation geht davon aus, dass Mission-Related Investments ein wichtiges Werkzeug für den sozialen Wandel, Philanthropie und andere Bereiche darüber hinaus seien.


Rückzahlung vom Erfolg der sozialen Maßnahme abhängig

Ein Instrument für Stiftungen, ihr Geld mit sozialer Wirkung anzulegen, sind Social Impact Bonds (SIBs). Diese werden auch „Pay-for-Success“-Finanzierungen genannt und bieten eine Möglichkeit, präventive Maßnahmen im sozialen Sektor mit Hilfe von privaten Investoren zu finanzieren. Die Rückzahlung des eingesetzten Investmentkapitals ist vom Erfolg der sozialen Maßnahme abhängig. Die Studie „Was sind Social Impact Bonds?“ der Bertelsmann Stiftung und Impact in Motion betont aber, dass es sich bei Social Impact Bonds nicht um Anleihen handle, „sondern um sektorübergreifende Kooperationen, sogenannte Multistakeholder- Partnerschaften. Beteiligt an einem SIB sind in der Regel ein oder mehrere soziale Dienstleister, private Investoren und der Staat. Ziel der Kooperation ist, ein bestimmtes soziales Problem durch präventive Maßnahmen (auch als Intervention bezeichnet) zu lindern beziehungsweise diesem Problem vorzubeugen.“

Dabei kommt die Rendite aber nicht direkt „vom Investitionsempfänger (dem sozialen Dienstleister), sondern werde vom Staat gezahlt, wenn die finanzierte Intervention sich als wirksam erweist und sich dadurch Einsparungen in den öffentlichen Kassen generieren lassen. Bei der erfolgreichen Integration junger Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt fallen zum Beispiel erheblich geringere staatliche Aufwendungen für Arbeitslosengeld an“, stellt die Studie heraus.


Beispiel aus der Praxis: „Augsburg Eleven“

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen weist auf das Beispiel von „Augsburg Eleven“ hin, den ersten erfolgreich beendeten SIB in Deutschland. Bei dem Projekt wurden 22 schwervermittelbare Jugendliche in Ausbildung oder Arbeit gebracht. „BHF-BANK-Stiftung, BMW Foundation Herbert Quandt sowie die BonVenture gGmbH erhielten als Vorfinanzierer nach 28 Monaten ihr Kapital in Höhe von 250.000 Euro inklusive drei Prozent Zinsen zurück.“ Das zeigt, dass privates Kapital auch im sozialen Bereich arbeiten kann, um für die Gesellschaft und den Investor Gutes zu bewirken.

Neben Social Impact Bonds gibt es zahlreiche weitere Impact Investing-Möglichkeiten, die von spezialisierten Gesellschaften angeboten werden. Bei der noch jungen Bundesinitiative Impact Investing (https://bundesinitiative-impact-investing.de) und dem Global Impact Investing Network (https://thegiin.org) können Stiftungen sich über Projekte und Lösungen informieren.