Rendite vom Computer - PEH Empire

Der Fonds der PEH Wertpapier AG wird via künstlicher Intelligenz gemanagt. Bisher mit überdurchschnittlichem Erfolg. Dabei spricht er vor allem risikobewusste Anleger an

Künstliche Intelligenz beim Geldmanagement? Der PEH Empire Fonds bedient sich seit Mitte 2016 dieser Methode. Rund 28 Prozent legte sein Kurs seitdem zu, eine Jahresrendite von zehn Prozent im Schnitt, und das bei reduzierter Volatilität und trotz schwieriger Börsen. „Die komplexer gewordenen Märkte verlangen eine größere Flexibilität auch bei Geldinvestments“, meint PEH-Vorstand und Fondsmanager Martin Stürner. Althergebrachte Ansätze reagierten oft zu langsam oder überzeugten bestenfalls sehr langfristig. Künstliche Intelligenz biete hier entscheidende Vorteile. Stürner ist überzeugt, dass diese Methode auch künftig gute Ergebnisse bringt, bei gleichzeitig eng kontrolliertem Risiko. Immer auf der Hut.

Vom Ansatz her ist der PEH Empire ein vermögensverwaltender Fonds. Er investiert aktiv in Aktien, Anleihen und Währungen. Über die Gewichtung der Klassen ebenso wie über die Auswahl der Einzeltitel entscheidet der Computer. Gemessen werden alle verfügbaren marktrelevanten Daten, ihre absolute und relative Veränderung. „Künstliche Intelligenz kann diesen ganzen Wust viel schneller und exakter analysieren“, weiß Stürner. Und dann die Indikatoren herausfiltern, die aktuell die Märkte am stärksten beeinflussen. „Die Optimierungsprogramme laufen täglich“, erläutert der PEHChef. Einmal in der Woche wird das Portfolio angepasst. Folge dieses Ansatzes ist ein sehr zeitnahes Risikomanagement. Vor allem wenn kurzfristige Indikatoren beim Einfluss auf den Markt dominieren, kann das zu häufigeren Wechseln in der Fondszusammensetzung führen. Dabei will PEH das (Anlage-)Rad keineswegs neu erfinden. „Am Baukasten ändert sich nichts“, meint Stürner. Zwölf bis 15 Einflussgrößen bestimmten nach wie vor das Kursgeschehen, angefangen von Firmengewinnen bis hin zu Zinsen. Was sich aber dank der Nutzung künstlicher Intelligenz ändert, ist die Schnelligkeit, mit der signifikante Änderungen und Umbrüche erkannt werden. Entsprechend rascher kann auch der Fonds reagieren. Das sei bei den zuletzt deutlich volatiler gewordenen Märkten ein entscheidender Vorteil, meint der PEH-Chef.

Der PEH Empire wird so unter dem Strich sehr aktiv gemanagt. Die Ansicht, dass er deswegen aggressiv sei, will Stürner nicht gelten lassen. Das Gegenteil sei der Fall, meint er. Signalisieren die Computer irgendwo Gefahr, schaltet der Fonds schnell auf Kasse oder nimmt sonstwie Risiko aus dem Depot. Wie derzeit. Zwar betrug der Aktienanteil zuletzt gut 80 Prozent. Sämtliche Positionen waren jedoch über Optionen abgesichert. Das Kursrisiko lag so bei null. Anleihen sind wegen zu schlechtem Chance-Risiko-Profil seit Längerem out. Bei Währungen sprechen die Indikatoren klar für den US-Dollar. Keine Prognosen. Dieser Ansatz des PEH Empire heißt aber auch: Vorhersagen, Zukunftseinschätzungen usw. besitzen für die Anlageentscheidungen keine Bedeutung. Maßgebend ist allein die aktuelle Datenanalyse. Stürner sieht sich hierin durch das schwierige Jahr 2018 bestätigt. „Eine Art Lackmustest“, meint er. Per saldo legte der PEH Empire im Jahr 2018 gut sechs Prozent zu. Der PEH-Chef erachtet den Test für Fondsmanagement via künstliche Intelligenz so als durchaus geglückt und erwartet, dass diese Methode auch künftig gute Renditen bringt. In Boomphasen kann sie wegen ihrer Risikoaversion aber auch mal zurückbleiben.

Zwei Prognosen wagt Stürner dann doch: Er erwartet, dass der Dollar wegen des wachsenden Zinsvorsprungs der USA zum Euro weiter aufwertet. Dafür spricht neben seinen Indikatoren die Erfahrung. Ein flauer Euro wäre für Europa aber auch ein Konjunkturprogramm. Das sollte längerfristig den Aktien hierzulande helfen. Auf Letztere setzen will der PEH Empire aber noch nicht. Das wird er erst tun, wenn der Computer anhand seiner Indikatoren hier grünes Licht gibt. Und das dürfte dann, dank der permanenten Daten-Checks, bei einer Wende sehr zeitnah geschehen.

 

Handlungsfähigkeit bewahren

Der PEH Empire bevorzugt große Titel, bei denen es positive Signale gibt. Ihre liquiden Märkte sichern jederzeit die Handlungsfähigkeit des Fonds. Es dominieren aktuell US-Werte. Vor Europa-Aktien warnte der Computer schon zu Jahresbeginn.

 

 

Ohne Zielvorgabe

Die Branchenauswahl des PEH Empire resultiert aus den Signalen der Indikatoren und kann im Zeitverlauf stark variieren. Eine Festlegung im Voraus gibt es nicht. Seit September sind alle Aktienpositionen zudem über Optionen abgesichert.

 

 

 

Guter Start in die neue Epoche

Der PEH Empire wird seit Auflage 1998 vor allem nach quantitativen Methoden gesteuert, mit wechselndem Erfolg. Seit Umstellung auf künstliche Intelligenz Mitte 2016 liefert er stetigere Ergebnisse bei gleichzeitig klar geringerer Volatilität.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in Focus Money.