Rewe verdient kein Geld im Internet

Kein Umsatz trotz Vorreiterrolle

Rewe ist in Deutschland der führende Anbieter im E-Commerce mit frischen Lebensmitteln. In 75 Städten werden Kunden hierzulande online mit Lebensmitteln beliefert. Damit hat Rewe die Nase vorn gegenüber dem Konkurrenten Amazon Fresh. Dieser startete letztes Jahr und bietet seinen Onlinehandel bislang in nur drei Städten an. Auch der zu Edeka gehörende Lieferdienst Bringmeister schafft es mit nur zwei Großstädten nicht, an Rewe heranzukommen. Dennoch macht die Unternehmensgruppe Rewe Group keinen Umsatz mit ihrem E-Commerce-Lebensmittelhandel. Dieser macht vom Gesamtumsatz des vergangenen Jahres gerade mal 1,1 Prozent aus, wie der Online-Monitor 2018 des Handelsverbandes Deutschland errechnet hatte.


Rewe hält sich beim Ausbau zurück

Das wird wohl einer der Gründe dafür sein, warum Rewe seinen Online-Handels schon seit zwei Jahren nicht mehr ausbreitet und dieses Vorgehen auch vorerst beibehält. Wie Lionel Souque der Deutschen Presse-Agentur bekanntgab, sollen zu den 75 Städten erst einmal keine neuen hinzukommen. Man wolle sich zuerst darauf konzentrieren, die Qualität in den bereits eingerichteten Stellen zu verbessern. Wahrscheinlich wird die Zurückhaltung der Deutschen, die sich täglich Lebensmittel nach Hause liefern lassen, eine weitaus größere Rolle spielen. Denn nach wie vor verzichten die meisten auf den Online-Versand.


Siegeszug des Onlinehandels mit Lebensmitteln bleibt aus

Als letztes Jahr Amazon mit Amazon Fresh an den Start ging und seinen eigenen E-Commerce-Markt mit Lebensmitteln aufzog, prognostizierten manche Experten schon eine Revolution des Lebensmittelhandels. Wirklich bewahrheiten konnte sich das bislang nicht. Und das, obwohl Amazon laut Lionel Souque mit guten Technologien und Finanzen punkten kann. So sehr sich der E-Commerce in vielen anderen Branchen durchsetzt, das gleiche scheint nicht für die Lebensmittel zu gelten. So glaubt etwa der E-Commerce-Experte Kai Hudetz vom Kölner Institut für Handelsforschung nicht daran, dass sich der Online-Lebensmittelhandel zu einem Massenmarkt entwickeln wird. Denn diese Art des Handels richtet sich möglicherweise nur an eine spezielle Zielgruppe.

Rewe-Chef gibt trotzdem nicht auf

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Oliver Wyman sind es drei Faktoren, welche den Deutschen davon abhalten, Lebensmittel online zu kaufen: Einerseits zweifeln sie daran, ob die Lebensmittel auch alle frisch geliefert würden. Andererseits schrecken die hohen Preise und langen Lieferzeiten ab. Lionel Souque will trotzdem nicht aufgeben. Für ihn ist der Ausbau seines Onlinehandel-Angebots eine Investition in die Zukunft.