Rocket Internet schreibt Gewinn, doch Profit seiner Start-ups bleibt aus

Rocket Internet, ein Start-up-Investor, kann auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2018 zurückblicken. Doch bei den Beteiligungen von Oliver Samwer, dem CEO der Firma, sieht dies anders aus. Die Gewinnaussichten verschieben sich bei ihm in die Zukunft.

Das von Samwer gegründete Unternehmen hat in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Gewinn von 297 Millionen Euro eingefahren. Oliver Samwer stellt Gelder zur Verfügung und investiert in Start-ups, die er für zukunftsträchtig erachtet. Die von ihm gegründeten Firmen Home24, HelloFresh und die Anteile an Delivery Hero haben sich alle innerhalb kurzer Zeit sehr gut entwickelt. Rocket Internet selbst verfügt über hohe Kapitalreserven, mit denen der Konzern neue Investitionen tätigen kann. Derzeit stehen geschätzt 2,1 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die durch die Kurssteigerungen erzielten Gewinne nutzt der Betrieb für den Rückkauf eigener Aktien. Samwer bestätigte, dass er im Lauf der nächsten Monate 150 Millionen Euro hierfür ausgeben möchte. Damit kann er weitere 3,6 Prozent der sich im Umlauf befindenden Anteilsscheine in seinen Besitz bringen. Anschließend gibt es, wenn man seinen Aussagen vertraut, zwei Möglichkeiten. Durch diese könnte er das Grundkapital vermindern, wodurch es zu einer Reduzierung der Aktien käme. Also Folge steigen dafür die Gewinne für die noch verbliebenen Wertpapiere. Als weitere Option kann Samwer diese für das eigene Mitarbeiteroptionsprogramm zur Verfügung stellen. An der SE hält Rocket Internet derzeit einen Anteil von 37,07 Prozent.
 


Die Auswirkungen, die sich daraus ergeben

Die Märkte nahmen diese Entscheidung positiv auf, weshalb es zu einem Kursaufschlag von knapp 4 Prozent gleich nach der Veröffentlichung kam. Damit haben die Wertpapiere von Rocket Internet allein in diesem Jahr um 27 Prozent an Wert zugelegt. Im MDax gehören die Papiere zu den gefragtesten Investitionsobjekten. Jedoch sind die Aktien noch weit von ihrem Ausgabekurs entfernt, der bei 42,50 Euro lag. Schuld daran ist der starke Absturz im Jahr 2017.

Sein Versprechen, dass mindesten drei seiner Beteiligungen Profit abwerfen, konnte Oliver Samwer nicht einhalten. Der Online-Möbelhändler Home24, das Portal für Essenslieferdienste Delivery Hero und das Unternehmen HelloFresh, das sich auf das Versenden von Kochboxen spezialisiert hat, mussten zugeben, dass sie in der nächsten Zeit noch keine Gewinne einfahren, sondern weiterhin rote Zahlen schreiben. Investitionen zur Vergrößerung gaben die Konzerne dabei als Hauptgründe an. Geringes Kundeninteresse ist laut diesen Aussagen nicht der Grund für die aktuelle Lage.

 


Wo gibt es noch Schwierigkeiten?

Die afrikanische Online-Plattform Jumia stellt die größte Herausforderung dar. Rocket Internet gibt daher nur noch das Umsatzwachstum an und trägt die Verluste nicht mehr in die Öffentlichkeit. Diese waren in der Vergangenheit groß, weshalb hier viel Kapital verloren ging. Bei einer Telefonkonferenz mit Reportern gab Samwer an, dass man in den nächsten zwei Jahren nochmals Kapitalgeber finden möchte, um aus dieser Idee Renditen zu ziehen. Dabei blieb er den Journalisten die Antwort schuldig, ob sich auch Rocket Internet ein weiteren Investitionen beteiligt. Investiert Samwer oder Rocket Internet nicht in Jumia, ist dies ein Zeichen, dass die Erfolgschancen gering sind. Damit ist die Frage verbunden, ob andere Geldgeber bei Jumia einsteigen.