Salesforce-Gründer kauft Time Magazine

Der Salesforce-Gründer und ehemaliger CEO von Salesforce, Marc Benioff, engagiert sich in der Medienbranche. Mit der Übernahme des „Time Magazine“ baut der Milliardär seinen Einfluss in der Medienwelt aus.

Das Silicon Valley ist der Hotspot der Technologieszene und neben Branchengrößen wie Apple oder Google tummeln sich auch weitere Unternehmen mit einem internationalen Gewicht in dieser Region. Eines der bekanntesten Unternehmen ist Sales Force. Jüngst bezog das Unternehmen den neuen Firmensitz in San Francisco. Vor allem das markante blaue Licht ziert bei Nacht das Stadtbild. Das Sales-Force-Gebäude ist rund 326 Meter hoch und gilt somit als größtes Gebäude der Stadt. Für manche steht dieser Wolkenkratzer als Sinnbild für den Ehrgeiz und das Bestreben nach oben, Eigenschaften, die den Salesforce CEO Marc Benioff charakterisieren. Benioff gilt mittlerweile als größter privater Arbeitgeber San Franciscos. Insbesondere die Umwelt und das Vertrauen der Marktteilnehmer spielen für Benioff eine übergeordnete Rolle.

Im operativen Geschäft Salesforce spielt der Gründer keine Rolle mehr, denn vor wenigen Monaten zog sich Benioff von dieser Position zurück. Nun investiert er die freigewordene Zeit, um sich als moralischer Anführer des Silicon Valleys zu positionieren. Ein wichtiger Bestandteil der neuen Strategie ist die Übernahme des krisengebeutelten „Time Magazine“. Mit dieser neuen Akquisition kann Benioff den eigenen Einfluss auch über den Dunstkreis der Technologiebranche hinaus ausweiten. Die Übernahme soll Marc Benioff und dessen Ehefrau, Lynne Benioff, rund 190 Millionen Dollar gekostet haben.


Medienbranche im Fokus der IT-Unternehmen

Dieser jüngste Zukauf ist jedoch unter den Technologieunternehmen keine Besonderheit, denn viele Tech-Milliardäre setzen auf Medienunternehmen. Der Amazon-Gründer Jeff Bezos kaufte beispielsweise die Washington Post für 250 Millionen Dollar. Auch Apple intensiviert die eigenen Aktivitäten in der Medienbranche und wirbt um Kooperationen mit New York Times, Washington Post und Wall Street Journal. Im Fokus steht die Verbreitung von Apple News, dem eigenen Medienangebot. Vor allem die Krise der Medienbranche sorgt dafür, dass immer mehr Nutzer auf der Suche nach seriösen Quellen sind. So unterstellen zahlreiche Nutzer den Medienplattformen Facebook und Twitter die Verbreitung gefälschter Nachrichten. Experten – unter Ihnen auch Marc Benioff – sehen in den sozialen Medien gefährliche Plattformen, die reguliert werden sollten.

Zudem wirft Benioff die Frage auf, ob die sozialen Medien im Allgemeinen als vertrauenswürdig gelten. Möglicherweise würden diese eine bewusste Manipulation der Nutzer in Kauf nehmen, um Gewinne zu maximieren.

 

Benioff distanziert sich vom operativen Geschäft

Wer nun jedoch denkt, dass Marc Benioff ins operative Tagesgeschäft einschreiten wird und die Ausrichtung des „Time Magazine“ beeinflussen wird, der könnte schnell eines Besseren belehrt werden. Vor allem der amtierende US-Präsident, Donald Trump, gilt als eines der beliebtesten Themen beim Time Magazine. Bereits mehrfach beleuchtete die Zeitung die Aktivitäten Trumps in einer ironisch-kritischen Weise, sodass nun auch Benioff in den Fokus des US-Präsidenten geraten könnte. Ähnlich geht es Jeff Bezos, denn die Washington Post attackierte den Präsidenten mehrfach direkt. Dieser stellt die Washington Post nunmehr als Lobbyisten Amazons dar.

Benioff hat jedoch einen entscheidenden Vorteil, denn der Unternehmer gilt als engagierter Gegenspieler. Die Auseinandersetzungen mit dem Oracle-Gründer Larry Ellison, der zuvor Mentor und Freund Benioffs war, gelten mittlerweile bereits als legendär. Marc Benioff startete nach dem erfolgreich absolvierten BWL-Studium seine Laufbahn bei Oracle. Dort blieb er für rund 13 Jahre und lernte seinen ehemaligen Freund und Mentor Larry Ellison kennen. Mit dem Einstieg Salesforce in das Cloud-Geschäft zerbrach die Freundschaft endgültig und beide Unternehmen traten in direkte Konkurrenz. Doch Benioff ließ sich auch durch diesen Bruch im Leben nicht einschüchtern und wagte schlussendlich den wichtigen Gang an die Börse. Bereits mit 25 Jahren wurde Benioff zum Millionär. Mittlerweile verfügt der Unternehmer über mehrere Milliarden und Gründer eines Weltkonzerns.