Salesforce wagt den größten Deal der Firmengeschichte

Für Unternehmen ist die digitale Transformation eines der aktuellen Kernthemen. Das bekannte IT-Unternehmen Salesforce plant aus diesem Grund die größte Übernahme in der bisherigen Firmengeschichte. Ziel der Übernahme ist das Softwareunternehmen Mulesoft, welches für rund 6,5 Milliarden US-Dollar gekauft werden soll. Der Kauf soll dabei in teilweise in bar sowie in Aktien durchgeführt werden. Mit einem geplanten Kaufwert von 6,5 Milliarden übersteigt dieses Angebot die aktuelle Marktkapitalisierung von Mulesoft um rund 36 Prozent. Bevor eine Übernahme durchgeführt werden kann, muss jedoch die Zustimmung der Aktionäre und Kartellbehörden vorliegen.

Dennoch verdeutlicht dieser Deal, dass Marc Benioff, der CEO von Salesforce, das Unternehmen fit für die digitale Transformation machen will. Durch das Zusammenspiel der beiden Firmen, soll es möglich werden, dass Kunden die Daten und Informationen ihrer Firmen vernetzen können. Durch diesen Umstand soll das Realisieren von Innovationen maßgeblich beschleunigt werden.

Das Geschäftsmodell von Mulesoft

Mulesoft hingegen ist ein vergleichsweise junges Unternehmen, welches im Jahr 2003 gegründet wurde. Der Gründer des Unternehmens, Ross Mason, war bis zum Gründungszeitpunkt ein angestellter IT-Entwickler. Der Intention der Gründung war die Verbesserung des Datenaustauschs zwischen verschiedenen Anwendungen. Eine tragende Rolle nahm zudem Ross Masons Ehefrau ein, denn ohne Ihren Beistand hätte Ross den Gang ins Unternehmertum kaum vollzogen.

Auch das positive Feedback der IT-Szene veranlasst Ross Mason dazu, im Jahr 2006 die Firma Mulesoft zu gründen. In den folgenden Jahren konnte das Unternehmen ein starkes und schnelles Wachstum verzeichnen. Eine wichtige Rolle nahmen hierbei mehrere Finanzierungsrunden ein, in denen Risikokapitalgeber frisches Kapital für das weitere Wachstum des Unternehmens bereitstellten. Im Jahr 2017 ging Mulesoft schlussendlich an die Börse und konnte eine Bewertung von drei Milliarden US-Dollar realisieren.

Das Geschäftsmodell von Mulesoft dreht sich um den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Anwendungen und Geräten. Hierfür hat Mulesoft eine passende Plattform entwickelt, die mehrere Programmierschnittstellen besitzt und den Datenaustausch somit erleichtert. Schlussendlich soll die Plattform dafür sorgen, dass die Kunden Datenbanken, Anwendungen und Hardware miteinander verknüpfen können. Hierbei ist es zudem egal, ob der Zusammenschluss der Bestandteile in der Cloud oder im Rechenzentrum stattfindet.

Grund für die Übernahme

Laut den Aussagen vieler CEOs ist die Extraktion von Daten aus bestehenden Systemen eine besonders große Herausforderung. Jedoch sind diese Daten besonders wichtig für eine schnelle und fundierte Entscheidungsfindung sowie die Grundlage für digitale Transformation. Sowohl die Mulesoft-Plattform, als auch die Salesforce-Software werden in der Cloud gehostet. Des Weiteren sind viele Experten der Ansicht, dass sich Services der beiden Unternehmen sehr gut ergänzen, denn während Salesforce die Kunden bei der Digitalisierung des Kerngeschäfts unterstützt, legt Mulesoft einen Fokus auf die Übertragung der Bestandsdaten.

Kritisch betrachtet wird jedoch das Übernahmeangebot, denn dieses beträgt mit 6,5 Milliarden US-Dollar rund das 20-fache des jährlichen Umsatzes. Nach dem Bekanntwerden der Übernahme stieg der Preis der Mulesoft-Aktien um mehr als 27 % an. Doch zeitgleich ist dieser Preis auch ein Indikator für den harten Wettbewerb, welcher am Markt für Customer-Relationship-Management herrscht. Zum aktuellen Zeitpunkt ist Salesforce der Marktführer und kann einen Marktanteil von 18 % verzeichnen.

Der größte Wettbewerber ist zum aktuellen Zeitpunkt SAP. Das deutsche Unternehmen investierte jüngst in Callidus Cloud und will nun mit einem integrierten Angebot den Marktanteil steigern.