Sanktionen und Drohungen der USA zeigen ihre Wirkung im gestiegenen Ölpreis

Der Brent Ölpreis ist auf den höchsten Wert seit vier Jahren gesprungen. Mit dem neuen Vier-Jahreshoch, das sich auf 83 Dollar für den Barrel beläuft, wird der Trend der letzten Woche auch in der neuen Woche fortgesetzt. Schuld daran sind vor allem Meldungen aus dem Iran, wonach der Aufkauf durch chinesische Unternehmen deutlich gedrosselt wurde. Die Folgen für die Wirtschaft könnten spürbar sein - insbesondere zeigt die neuerliche Zurückhaltung Chinas aber, dass die Erwartungen der iranischen Öl-Exporteure nicht erfüllt wurden.

Die USA haben im Zuge ihrer neuerlichen Sanktionen gegen den Iran ihre Verbündeten und Partner auf der gesamten Welt aufgefordert, ihre Aufkäufe aus dem Iran deutlich zu reduzieren. Während Japan und Südkorea daraufhin gänzlich mit dem Import des Öls aus dem Iran aufgehört haben, hatten Analysten damit gerechnet, dass die Chinesen sich nicht daran halten würden. Sie befinden sich selbst in einem Handelsstreit mit den USA und entsprechend war man davon ausgegangen, dass chinesische Unternehmen sich nicht durch die neuerlichen Drohungen der westlichen Großmacht einschüchtern lassen. Die deutliche Reduzierung der Importe nach China scheint aber nun das Gegenteil zu beweisen - und führt automatisch zu einer neuerlichen Steigerung der Preise.

Die Ölsorte Brent aus der Nordsee ist die Alternative zu den klassischen Vorkommen im Iran, der noch immer als einer der größten und wichtigsten Exporteure für Öl in die gesamte Welt gilt. Sollte es nun soweit kommen, dass auch die Europäer ihre Importe aus dem Iran zurückfahren, könnte dies zu einer weiteren Steigerung für den Brent Erdölpreis führen. Die wohl wichtigste Rolle in diesem Streit spielen aber die USA und die Regierung von Saudi-Arabien. Nach Angaben einer staatlichen Stelle gab es am Wochenende ein Telefonat zwischen dem US-Präsidenten Trump und dem Königshaus von Saudi-Arabien. Inhalt der Gespräche waren die Bemühungen, auch unter den neuen Vorzeichen die Versorgung mit Erdöl aufrecht zu erhalten. In den letzten Monaten hatte Trump Saudi-Arabien mehrfach dazu aufgefordert, Maßnahmen zu treffen, um die stetig steigenden Preise für Öl zu reduzieren.

Die Auswirkungen für die Weltwirtschaft sind indes unsicher. Mit dem Boykott des Öls aus dem Iran fällt ein wichtiger Versorger weg und kaum ein Unternehmen der westlichen Hemisphäre wagt jetzt noch, einen offenen Handel mit dem Iran zu führen. Das führt dazu, dass das Brent-Erdöl für die Versorgung der Wirtschaft immer wichtiger wird. Sollte der Preis aber weiter stetig nach oben gehen, könnte dies mittelfristig zu deutlichen Problemen für die Industrien führen, die noch immer stark vom Erdöl und den damit verbundenen Importen abhängig sind.