Unabhängigkeit vom Öl: Saudi Arbabien plant weltgrösste Solaranlage

200 Milliarden Dollar will Saudi-Arabien für ein Solarprojekt investieren, welches das Ziel hat, dass gesamte Land mit Strom zu versorgen. Doch nicht nur die Stromversorgung soll hierdurch gesichert werden, denn vor allem möchte Saudi-Arabien die Abhängigkeit zum Erdöl senken.

 

Die größte Solaranlage der Welt


Das Projekt rund um die größte Solaranlage der Welt wird durch Saudi-Arabien und dem japanischen Technologiekonzern Softbank umgesetzt. Der Umfang des Projekts beträgt hierbei 200 Milliarden US-Dollar. Die Absichtserklärung wurde bereits am Dienstag, den 27. März 2018 in New York vom Kronprinzen Mohammad bin Salman und dem Softbank-CEO Masayoshi Son unterschrieben. Laut der Salmans Aussage ist das Projekt mutig, riskant und ein riesiger Erfolg.

Aus Sicht von Masayoshi Son ist das Projekt ein Weg, um die Abhängigkeit Saudi-Arabiens vom Öl zu senken. Laut den ersten Kalkulationen ließen sich mithilfe des Solarparks rund 40 Milliarden Dollar an Stromkosten sparen. Bis zum Jahr 2030 sollen rund 200 Gigawatt an Kapazität durch den Solarpark erzeugt werden. Diese Kapazität ist größer als der aktuelle Strombedarf des gesamten Landes. Des Weiteren würden mehr als 100.000 neue Jobs entstehen. Zusätzlich könne das eingesparte Öl exportiert und somit weitere Gewinne generiert werden.

 

Baubeginn noch 2018


Laut Bloomberg soll die fertige Solaranlage bei Fertigstellung rund 100 Mal größer als die zweitgrößte Anlage. Um den straffen Zeitplan einhalten zu können, soll zudem noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Das Ziel bis zum Jahr 2019 sieht vor, dass rund 7,2 Gigawatt produziert werden. Für diesen Projektfortschritt werden rund fünf Milliarden Dollar an Kosten eingeplant. Doch das Ziel des Projekts ist nicht nur die Produktion von Strom, denn binnen eines Zeitraums von zwei bis drei Jahren soll eine zusätzliche Produktionsstätte für Solarzellen entstehen.

Neben dem exorbitanten Ausmaß des Projekts birgt das Vorhaben jedoch auch klare Vorteile für Softbank, denn das Unternehmen kann neue Geschäftsbeziehungen zum größten Exporteur von Rohöl aufbauen und einen entscheidenden Anteil bei der Neustrukturierung der lokalen Wirtschaft beitragen. Bereits jetzt plant Softbanks Investitionen für die nächsten drei bis vier Jahre, welche ein Volumen von rund 25 Milliarden Dollar umfassen. Allein 15 Milliarden Dollar sollen in die Hightech-Metropole Neom fließen, die zum aktuellen Zeitpunkt am Roten Meer gebaut wird. Weitere 10 Milliarden Dollar sollen in die staatliche Saudi Electricity Company investiert werden. Laut mehreren Analysten sorgt dieses Vorgehen dafür, dass insbesondere Saudi-Arabien profitiert und die Wirtschaft umstrukturieren kann. Eine skeptische Haltung nehmen die Analysten gegenüber Softbank ein, da die Vorteile, die aus dem Deal resultieren sollen, nicht klar erkennbar sind.

 

Die Modernisierung eines kompletten Landes


Prinz Mohammed bin Salaman möchte die Wirtschaft des gesamten Landes modernisieren und hat bereits im vergangenen Jahr rund 54 Milliarden Dollar in neue Projekte investiert. Zudem sollen fünf Prozent der staatlichen Ölgesellschaft verkauft werden, um weitere Innovationen zu finanzieren. Doch die Veränderungen beziehen sich nicht ausschließlich auf die Wirtschaft, sondern auch die Gesellschaft. Beispielsweise haben Frauen nun das Recht Fußballspiele oder Konzerte zu besuchen und dürfen ab Juni sogar hinters Steuer. Doch auch die Außenbeziehungen zu den USA nehmen eine wichtige Rolle für die Saudi-Araber ein, sodass eine gemeinsame Strategie gegen den Iran und wirtschaftliche, technologische und militärische Kooperationen beschlossen wurden.