Schwankungen an den Finanzmärkten von einer Kombination aus Gier, Angst und Volumen getrieben

Zu einem sehr großen Anteil werden die Schwankungen an den Finanzmärkten von einer Kombination aus Gier, Angst und Volumen getrieben; normalerweise im Verhältnis zum geschätzten Risikograd. Die Wahrnehmungen der Investoren unterscheiden sich hinsichtlich des inneren Werts der Finanzanlagen wie Aktien und Bonds; und das gehandelte Volumen reflektiert zudem den für eine Unterstützung solcher Wahrnehmungen erforderlichen Risikohunger. Natürlich haben sie gut reden.

Man kann also sagen, dass es vier mögliche Umsetzungen in Hinblick auf alle Kombinationen abweichender Meinungen (egal ob bedeutend oder unbedeutend) und Finanzkraft (für große und kleine Geldbeutel) gibt. In ganz 2017 beobachteten wir sehr wenige Meinungsabweichungen mit hoher Kaufkraft, die viele Käufer und nur sehr wenige Verkäufer nach sich zog. Bei den Märkten ging es konstant bergauf. In der ersten Februarwoche 2018 kam es jedoch durch die Materialisierung einer hohen Meinungsabweichung und einer Überwältigung der Käufer durch die Verkäufer zu einem schlagartigen Wechsel. Die Märkte wurden ausgesprochen rückläufiger, mit einem Verlust der MSCI World ETF um 7% in den ersten 10 Tagen des Monats.

Es wurden eine Reihe von Post-Faktenerklärungen abgegeben, doch nichts außer die folgende Erzählung ist wirklich relevant... Der aktuelle Einbruch in Effektenmärkten wurde durch die US-Stundenlohninflation ausgelöst, die (Ende Januar 2018) den "astronomisch hohen" Wert von 2,9 % erreichte. Dadurch kam es zur generellen Annahme, dass Unternehmen einen so hohen Kostenanstieg an die Konsumenten weitergeben müssten. Als Folge dessen bildete sich ein breiter Konsens heraus, dass eine erneute Inflation zur Gewissheit wurde und die FED zur Zinssteigerung eher früher als später gezwungen werden würde ...Unsere Ansicht der Situation weicht wie folgt von dieser Erzählung ab ...

  • In Anbetracht von Veränderungen in Produktivität und Lebenskosten hat eine Stundenlohnerhöhung von 2,9% wenig Bedeutung. Höhere Produktivitätswerte führen zu einer Verringerung der Arbeitsstundenanzahl. Steigende Lebenskosten (aktuell bei 1,8% liegend) bedeuten auch, dass US-Arbeitskräfte auch bei einer stabilen Produktivität nur magere 1,1% mehr als zuvor für Konsum ausgeben können. All das klingt für uns nicht nach einem angestrebten Kaufrausch.
  • Unternehmen sind in der globalisierten Wirtschaft in Hinblick auf handelbare Güter und Leistungen einer internationalen Konkurrenz ausgesetzt. In einem solchen Umfeld kommt es zu einer automatischen "Bremse" in Sachen Erzeugerpreisen, da heutzutage Marktanteile immer mit einem gewissen Risiko behaftet sind. Sie heben die Preise auf Ihre eigene Gefahr an.
  • Sogar bei der Annahme, dass wir mit unseren Argumenten verkehrt liegen und es letztendlich durch die FED zu einer viermaligen Zinserhöhung von aktuellen 1,5% auf 2,5% kommt, sind wir noch immer fest der Annahme, dass das letztere Zielniveau nicht genügen wird, um die Attraktivität von Aktienanlagen zu beseitigen. Noch glauben wir nicht an eine erneute drastische Meinungsabweichung und somit auch nicht an die Verursachung einer sprichwörtlichen "Geldmauer" zur relativen Sicherheit von US-Finanzministerien.

Wir empfehlen unseren Kunden weiterhin investiert zu bleiben, während sie diese Periode in aller Ruhe aussitzen.