Schwere Sicherheitsmängel bei Top-Kryptowährungen: Blue Protocol will Testergebnisse veröffentlichen

Die Veröffentlichung der Ergebnisse kann im schlimmsten Fall einen Marktcrash auslösen.

Wie Sicherheitsforscher bei Blue Protocol festgestellt haben, birgt mehr als die Hälfte aller Kryptowährungen schwere Sicherheitsmängel. Die seit Anfang Februar diesen Jahres andauernden Tests sollten unter anderem Gefahren bei dem Schutz von privaten Wallets offenlegen.


50 Prozent aller Währungen betroffen

Wie Edward Garrett, CCO von Blue Protocol mitgeteilt hat, sollen mehr als 50 Prozent aller Kryptowährungen schwere Sicherheitsmängel bergen. Erste Tests hat das Unternehmen bereits Anfang Februar durchgeführt. Das Ziel war, die aktuellen Kryptowährungen ausgiebig zu prüfen und dabei mögliche Sicherheitslücken offen zu legen. Seitdem wurden mehr als eine Million automatisierter Tests durchgeführt. Das Ergebnis: mehr als die Hälfte aller Kryptowährungen, die aktuell auf dem Markt sind, sind unsicher.

Zunächst hatte Blue Protocol die Veröffentlichung der Testergebnisse hinausgezögert. Um den betroffenen Bitcoin-Anbietern die Möglichkeit zu geben, die Lücken zu schließen, so das Unternehmen auf Twitter. Auf die Kontaktaufnahme von Blue Protocol soll jedoch keine einzige der betroffenen Firmen reagiert haben.
Nachdem sich zahlreiche Bitcoin-Nutzer an das Unternehmen gewandt haben, soll nun eine Liste mit den Sicherheitslücken veröffentlicht werden. Blue Protocol befindet sich dadurch in einer problematischen Lage. Einerseits möchte man Investoren schützen, die durch etwaige Hacker-Angriffe viel Geld verlieren könnten. Andererseits könnte eine Publikation der Sicherheitslücken dazu führen, dass die gefährdeten Coins von den Besitzern veräußert werden. Dies könnte im schlimmsten Fall einen Marktcrash auslösen.
In einem aktuellen Statement nimmt Blue Protocol zudem Abstand von Anschuldigungen, das Sicherheitsunternehmen wolle die Kurse schwächen. „Gebt uns nicht die Schuld für den unsicheren Markt. Gebt den schlecht programmierten Bitcoins die Schuld“, so Blue Protocol in einem aktuellen Tweet.


Altcoins könnten weiter fallen

Für die Veröffentlichung der brisanten Informationen hat Blue Protocol einen ungünstigen Zeitpunkt gewählt. Die Kurse bekannter Altcoins sind in den letzten Wochen bereits erheblich gefallen; einige Coins haben die Hälfte ihres Wertes verloren. Das Aufkommen neuer Sicherheitslücken könnte die Kurse noch mehr in den Steilflug bringen.
Betroffen sollen laut Blue Protocol nicht nur private Bitcoin-Investoren sein. Demnach seien auch in vielen technischen Ökosystemen der Coins Sicherheitslücken entdeckt worden.
Es bleibt abzuwarten, ob und wann Blue Protocol die Ergebnisse der Sicherheitstests veröffentlichen wird. Noch hält das Sicherheitsunternehmen die Informationen aus Rücksicht auf Anleger und Investoren zurück.