Seit der Finanzkrise sterben die Wertpapierdepots aus

Jedes fünfte Wertpapierdepot ist seit der Finanzkrise verschwunden 

Basierend auf den Analysen der Bundesbank ist im Zeitraum von 2008 bis 2017 rund jedes fünfte Wertpapierdepot verschwunden. Zum Ende des vergangenen Jahres wurden noch 22,6 Millionen aktive Depots gezählt. Diese niedrige Zahl verdeutlicht, dass der durchschnittliche Deutsche kein reges Interesse an einer Anlage seines Geldes in Aktien oder anderen Wertpapieren hat. Heiko Beck, der Vorstandsvorsitzende der DWP Bank, verfolgt diese Entwicklung seit längerer Zeit. Die DWP Bank ist mit 1.300 weiteren Finanzinstituten verbunden, die auf die Infrastruktur von Sparkassen, DZ Bank sowie Volks- und Raiffeisenbanken zurückgreifen.

Insgesamt zählte die DWP Bank einen Rückgang von 4,8 Millionen Depots. Allein seit 2013 wurde ein Rückgang von 13 Prozent realisiert. Einen Grund zum nachhaltigen Rückgang sehen die Experten in der strengeren Regulierung. Insbesondere kleinere Banken schöpfen keinen Mehrwert, wenn sie ein Depot für ihre Kunden bereitstellen. Durch den zusätzlichen Personalbedarf steigen zudem die Kosten an. In den vergangenen Jahren hat sich diese negative Entwicklung jedoch verlangsamt. Die durchschnittliche Anzahl von Wertpapieren in einem Depot hat sich zudem ebenfalls erhöht.

 

Einfluss der Niedrigzinsen auf die Depots 

Mittlerweile wachsen bei mittleren und großen Finanzinstituten die Depots wieder, denn diese können durch die bessere Skalierbarkeit die fixen Kosten senken. Insbesondere Privatkunden setzen zudem auf Wertpapiersparpläne, sodass diese vor allem sogenannte Exchange Traded Funds (ETF) kaufen. Zudem haben sich Depots durch die Niedrigzinsen verändert. Kunden setzen nun vermehrt auf Zertifikate und kaufen ohne Finanzberatung im Internet Wertpapiere ein. Insbesondere Aktien werden demnach ohne eine zusätzliche Beratung gekauft.

Des Weiteren hatte Mifid II einen Einfluss auf die DWP Bank, denn der Finanzdienstleister musste rund 22 Millionen Euro für die Umsetzung der Richtlinie investieren. Diese Investition entspricht dem Jahresüberschuss des Jahres 2017. Durch die neue Richtlinie sind die Personalkosten zudem um 3,5 Millionen Euro angestiegen. Neben den unmittelbaren Auswirkungen resultieren auch Folgeprojekte aus der Einführung der neuen Richtlinie, da viele Detailfragen noch nicht geklärt wurden. Durch die neue Richtlinie wurde das etablierte und gute Meldewesen in Deutschland abgeschafft und durch ein neues ersetzt, welches für alle Wertpapiertransaktionen angewendet werden kann. Um Kunden auch weiterhin einen Vorteil durch das Angebot der DWP Bank zu bieten, entwickelt der Anbieter aktuell eine neue Dienstleistung. Hierbei handelt es sich um eine Funktion, die zur Wiederanlage von Dividendenauszahlungen genutzt wird. Durch die unmittelbare Wiederanlage sollen Investoren von höheren Erträgen profitieren.