Sensation: Jay-Z wird Basketball-Kreativchef bei Puma

"In seiner Funktion wird er die kreative Strategie, das kreative Marketing und das Produktdesign leiten. Puma Basketball wird Einflüsse aus Performance, Mode, Musik und Kultur vereinen. Jay-Z ist der perfekte Partner, um uns in diesem Bereich neu aufzustellen", teilte Puma-Sprecher Adam Petrick mit.

Der Rapper als Agenturchef 

Jay-Z ist bereits lange professionell im Sport- und Basketballgeschäft tätig. Als Anteilseigner an den Brooklyn Nets, die damals noch in New Jersey spielten, nahm er wesentlichen Einfluss darauf, dass das Team nach Brooklyn wechselte. 2013 verkaufte Jay-Z seine Anteile mit Rekordgewinn weiter. Der Hip-Hop-Mogul ist außerdem Inhaber der Agentur Roc Nation. Seine Agentur vertritt vorwiegend Musiker, unterhält mit Roc Nation Sports aber auch eine Sparte mit Sportlern aller Disziplinen. Wurde Jay-Z eingekauft, damit er seine bestehenden Agenturkontakte nutzt, um die von ihm vertretenen Künstler und Sportler zu Werbeverträgen mit Puma zu verpflichten? Für die von Jay-Z beschäftigten Basketballagenten gelten die Regeln der NBA-Spielergewerkschaft. Sie besagen, dass Basketballagenten keine eigenen finanziellen Interessen an einem Unternehmen haben dürfen, durch die sie bei der Vertretung von Spielern in einen Konflikt geraten könnten. Für den Inhaber einer Agentur gelten diese Vorgaben nicht. Allerdings ist Jay-Z indirekt immer an den Provisionen für vermittelte Werbeverträgen beteiligt.

Kreative Aufgabenverteilung 

Puma hatte zunächst noch mitgeteilt, dass Jay-Z Präsident von Pumas Basketball-Abteilung werden solle. Das Unternehmen ruderte dann aber zurück und stellte den Rapper als Kreativchef vor. Pumas Marketingdirektor, Adam Petrick, hatte verlauten lassen, Jay-Z würde auch eine Rolle bei der Rekrutierung von Spielern spielen. Kurz darauf hatte er seine Aussage als Irrtum bezeichnet und erklärt, die vertraglich festgelegten Aufgaben des Rappers umfasst das Design und das Branding von Pumas Basketballprodukten.Petrick bestätigte, dass Puma schon seit geraumer Zeit mit Roc Nation zusammenarbeite und eine gute Partnerschaft zwischen den Unternehmen bestehe. 2013 war Solange Knowles, Schwägerin von Jay-Z, in Pumas Kreativabteilung beratend tätig gewesen. 2014 wurde Rihanna, die bei Roc Nation unter Vertrag steht, Pumas Kreativchefin. Der NBA-Star Skylar Diggins, ebenfalls von Roc Nation vertreten, unterzeichnete schon im letzten Jahr einen langen Vertrag mit Puma. Man habe bereits wertvolle Erfahrungen sammeln können, wie eine Zusammenarbeit mit den Größen der Unterhaltungsindustrie gut funktioniere. Hochkarätigen Mitarbeitern spiele man den Ball zu und ließe ihnen dann die erforderliche Bewegungsfreiheit, sagte Pumas Marketingdirektor. Nun soll Jay-Z die größtmögliche künstlerische Freiheit erhalten, um das Unternehmen mit seinen kreativen Ideen erfolgreicher zu machen.



US-Basketballboom  

Im Vergleich zur NFL stiegen die Gewinnumsätze der US-Basketball-Teams der NBA um das Vierfache. In der vergangenen Saison legten die Gewinne aus der Basketball-Branche um 7,4 Milliarden Dollar zu. Nike kontrolliert etwa die Hälfte des amerikanischen Sportschuhmarkts. Adidas, neuerdings unterstützt durch den Rapper Kayne West, liegt mit etwa 11 Prozent auf Platz zwei, verzeichnet ein starkes Wachstum und konnte 2017 über 20 Milliarden Euro umsetzen. Auch wenn Puma erstmals mehr als 4 Milliarden Euro Umsatz machen konnte, ist also noch Luft nach oben.


Pumas Trumpf sind Signature-Schuhe

Puma lockt die Stars mit begehrten Signature-Schuhen. Andere Ausstatter wie Nike oder Adidas bieten fast nur Endorsement-Verträge. Schuhe unter eigenem Signet können nur sehr wenige Spieler wie LeBron James, Kevin Durant oder James Harden ihr Eigen nennen. Der erste aller Signature-Schuhe war von Puma und gehörte Walt "Clyde" Frazier. Puma konnte die US-Basketballlegende gerade mit einem lebenslangen Vertrag exklusiv an sich binden. Der Signature-Schuh ist ein Statussymbol, das immer wichtiger für die Topspieler wird. "Ich möchte versuchen, der Basketballer zu werden, der so früh wie möglich mit seinem ersten Signature-Schuh rauskommt", sagte beispielsweise Deandre Ayton, den Puma soeben verpflichten konnte. Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller hat mit Deandre Ayton, Marvin Bagley und Zhaire Smith derzeit drei Top-NBA-Spieler unter Vertrag. Auch Zhaire Smith wird von Jay-Zs Agentur Roc Nation vertreten.