Slack: neue Finanzierungsrunde mit großen Zielen

Slack bietet Messaging- und Kommunikationsdienste an, die viele Firmen als E-Mail-Alternative verwenden. Sie können damit ihre Online-Kommunikation besser organisieren, zudem lassen sich externe Anwendungen einbinden. Auch externe Partner wie Zulieferer und Kunden können die Nachrichten erhalten. Inzwischen nutzen über acht Millionen Kunden die Software, die es auch in deutscher Sprache gibt. Der Markterfolg von Slack hat etablierte Internet- und Software-Konzerne motiviert, ähnliche Lösungen anzubieten, so etwa Microsoft mit dem Produkt “Teams“. Auch Facebook ist mit so einem Dienst am Start, der sich an größere Organisationen und Unternehmen richtet.

 

Ende der E-Mail?

Einige Experten glauben, dass es die E-Mail nicht mehr lange geben wird - vielleicht schon ab 2019 nicht mehr. Dabei ist sie noch gar nicht so alt. Die erste deutsche Mail erhielt 1984 ein Karlsruher Professor, seither nahm das Mailaufkommen stetig zu. Daran änderten zumindest im dienstlichen Bereich weder Facebook noch WhatsApp oder ähnliche Messaging-Dienste etwas. Doch 2018 soll ein Entscheidungsjahr werden, das glaubt zumindest das Beratungsunternehmen GP Bullhound. In dessen “Tech Trends 2018“ wird schon für das laufende Jahr das “Ende der E-Mail” vorausgesagt. Bullhound bringt große Erfahrungen mit, seit 1999 berät die Firma Tech-Konzerne unter anderem bei ihren Unternehmensverkäufen etwa an Facebook, Google und Snapchat. Die daraus gewonnenen Erfahrungen bündelt Bullhound alljährlich in seinem Tech Trend Report. Im diesjährigen Report wird eine deutliche Stagnation bei der E-Mail-Nutzung registriert. In den USA gebe es inzwischen weder im privaten noch im geschäftlichen noch einen Zuwachs, so der Bullhound-Partner Julian Riedlbauer. 2018 sei daher ein historisches Jahr: das letzte der E-Mail.

 

Wie sehen die Zahlen wirklich aus?

Ganz so dramatisch ist das Bild in Wahrheit wohl nicht. Vielmehr wächst die Zahl E-Mails nur noch sehr schwach, in den USA beispielsweise im Jahr 2018 wahrscheinlich um höchstens 1,7 %. Das ermittelten die Fachleute von eMarketer und Statista. In Deutschland verlangsamt sich ebenfalls das Wachstum, doch es gab seit 2016 sogar wieder einen gewissen Aufschwung. Die absoluten Zahlen belegen, dass gerade in Deutschland fleißig Mails verschickt werden. Ihre Zahl lag 2017 ohne Spam-Mails bei 771 Milliarden. Das bestätigt auch der Bullhound-Partner Riedlbauer, der den Mails sogar eine nach wie vor existierende Daseinsberechtigung zuspricht. Nur sei die Konkurrenz durch Dienste wie Slack sehr stark.

 

Was macht Slack so stark?

Slack wurde 2009 gegründet, seither haben sich mehr als 50.000 Unternehmen beim Dienst angemeldet und nutzen ihn für ihre interne Kommunikation. Anwender beschreiben die Gründe dafür so: Slack mache einfach mehr Spaß, die Kommunikation lasse sich “one to many“ durchführen, ohne viele Teilnehmer in CC zu setzen. Lustiger sei der Dienst auch, denn er erlaube das Versenden von GIFs. Das komme der zunehmend familiären Atmosphäre in vielen modernen Unternehmen entgegen. Slack ist zudem sehr anwenderfreundlich. Die Betreiber haben einige Trends der letzten Jahre aufgegriffen und in ein schickes Kommunikationstool übersetzt, das in der Tat das Potenzial hat, die Mail zu verdrängen.