Smart: Fintech Revolut sichert sich Banklizenz

Das britische FinTech Revolut hat in dieser Woche die Grundlage für weiteres Wachstum erhalten: eine Banklizenz. Mithilfe dieser Banklizenz möchte die Smartphone-Bank bereits im kommenden Jahr vollwertige Girokonten anbieten und der Konkurrenz im Kreditgeschäft begegnen.

Eine Banklizenz ist die Voraussetzung, um Bankleistungen in Europa anbieten zu können. Eine solche Lizenz hat die britische Smartphone-Bank Revolut erhalten und plant nun die Bereitstellung von Girokonten. Auch das Kreditgeschäft steht im Fokus des Unternehmens. Durch den Einlagenschutz sind die Girokonten der Nutzer geschützt. Im kommenden Jahr möchte das Unternehmen zudem den Kreditmarkt für Privat- und Firmenkunden erschließen sowie eine eigene Trading-Plattform veröffentlichen.

Der europäische Finanzmarkt ist hart umkämpft. Dennoch schafft Revolut Wachstumsraten, die selbst die Geschäftsleitung als astronomisch bezeichnet. Experten erwarten, dass die Bankenlizenz einen neuen Impuls geben und das Wachstum weiter beschleunigen wird. Dabei ist das Unternehmen erst seit 2015 am Markt – in Deutschland erfolgte der Marktstart erst in 2017. Mithilfe der eigenen Smartphone-App hat das Unternehmen vor allem Kunden angesprochen, die Transaktionen über Ländergrenzen veranlassen wollten. Vor allem Kooperationspartner trugen schnell dazu bei, dass das Leistungsangebot verbessert werden konnte. Mittlerweile ähnelt das Leistungsangebot dem von N26. Der deutsche Konkurrent besitzt seit 2016 eine eigene Banklizenz. Revolut konnte bisher lediglich auf eine E-Geld-Lizenz zurückgreifen und somit Gelder bei Partnerbanken verwahren.
   

Revolut erhält keine Vollbanklizenz

Die Prüfung des Banklizenzantrags erfolgte bei der litauischen Bankenaufsicht, die dem Unternehmen nun eine spezialisierte Banklizenz zuspricht. Dabei entspreche diese aber keiner klassischen Vollbanklizenz, sodass Revolut keine eigenen Investmentprodukte anbieten darf. Die Vergabe von Krediten und das Halten von Einlagen stelle dahingegen keine Herausforderung mehr dar.

Die Lizenz wird im ersten Schritt für den litauischen Markt gelten und sukzessive nach Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen ausgeweitet. Insbesondere für den Heimatmarkt werde aktuell eine eigene Lizenz angefragt. Neben dem europäischen Markt plant das Startup auch die Expansion ins außereuropäische Ausland. Hierzu gehören die USA, Kanada, Neuseeland, Australien, Japan und Singapur. Ähnliche Expansionsziel verfolgt auch N26 – das Unternehmen möchte 2019 den Schritt in die USA wagen.

Laut Nikolay Storonsky, dem Geschäftsführer und Gründer von Revolut, will die Bank eine App anbieten, die Kunden zur Verwaltung der eigenen Finanzen nutzen können. Dabei möchte das Unternehmen den besten Preis und die beste Technologie anbieten. Das aktuelle Wachstum bestätigt den Kurs des Unternehmens, denn täglich eröffnen rund 8.000 bis 10.000 Kunden ein neues Konto bei Revolut. Das monatliche Transaktionsvolumen liege bereits mehr als vier Milliarden Dollar. Mit der Einführung von Girokonten können die Kunden zudem auf Dispositionskredite zurückgreifen. Zusätzlich werden auch Konsumenten- und Firmenkredite angeboten. Vorteil gegenüber anderen Banken sei die schnelle Bearbeitung. So werden Kunden innerhalb weniger Minuten einen Kredit beantragen können und erhalten das Geld nur wenige Minuten nach der Bestätigung. Im Januar soll dann die Trading-Plattform folgen, die das Handeln von Wertpapieren ohne Transaktionskosten ermöglicht. Im ersten Schritt werden Investitionen in US- oder britische Unternehmen ermöglicht. Auch das Handeln von Indexfonds soll bereits zu Beginn ermöglicht werden. Laut Storonsky soll durch dieses Vorgehen die Disruption im Markt vorangetrieben werden. Die hohe Bewertung von 1,7 Milliarden Dollar verdeutlicht das hohe Vertrauen der Investoren.