So machen Sie Ihr Depot urlaubsfest

Wer ein Anlagedepot führt, schaut gern mindestens wöchentlich einmal hin, was seine Wertpapiere machen. Die meisten Anleger greifen online auf das Depot zu und ziehen auch selbst gelegentlich ihre Stopps nach. Doch im Urlaub funktioniert das oft schlecht. Gerade dann ereignen sich jedoch gern kleine oder größere Crashs, vor deren Folgen sich der Anleger schützen möchte. Es ist in der Tat möglich, das Depot urlaubssicher zu machen.

Die Sorge am Urlaubsstrand 

Wer im Urlaub nur gelegentlich die heimatliche Zeitung liest oder Nachrichten aus der Heimat schaut, hat nach wenigen Tagen das Gefühl, wahrscheinlich einiges zu verpassen. Der Anleger mit dem gut bestückten Depot schlägt dann am Strand den Wirtschaftsteil der Zeitung auf, die ohnehin verspätet in Italien ankam und daher längst nicht aktuell ist, dann schaut er auf die Börsenkurse und schaudert zurück. 

Was ist passiert? Gab es schon einen Totalverlust? In modernen Zeiten ist es zwar möglich, mobil über das Smartphone auf das Online-Depot und Kursnachrichten zuzugreifen, doch wer möchte sich das antun? Nicht zuletzt folgen die meisten Anleger einem bestimmten Rhythmus - sie ziehen beispielsweise täglich oder wöchentlich ihre Stopps nach. Das ist vom Smartphone aus je nach Broker nicht oder nur sehr umständlich möglich. Am besten wäre es, die Dinge in den 14 Urlaubstagen einfach laufen zu lassen. Wie kann das gelingen? 


Eine Möglichkeit: der Depotcheck 

Der erste Schritt ist der Depotcheck vor dem Urlaub. Es gibt in jedem Depot Papiere, die zum langfristigen Stamm gehören und unbedingt gehalten werden sollten. Andere waren ein kurzfristiger Versuch, doch es könnte klüger sein, sie vor dem Urlaub zu verkaufen - mit einem Minigewinn oder -verlust. Das betrifft vor allem die Wackelkandidaten, bei denen den Chancen viel zu große Risiken gegenüberstehen, aber auch volatile Derivate auf den Dax, das Gold, das Öl oder ein Währungspaar. So ist es beispielsweise durchaus denkbar, eine Call-Option auf den Dax zu setzen, die sich in den kommenden Wochen gut entwickeln könnte - doch der deutsche Leitindex schwankt manchmal monatelang hin und her, ein Verlust der Option ist ebenso wahrscheinlich. 

Funktionieren kann sie nur, wenn der Anleger (mindestens) täglich seinen Stopp nachzieht. Vor dem Urlaub gehören solche Werte verkauft. Des Weiteren gibt es liebgewonnene Papiere, deren Performance durchaus schon zu überzeugen wusste, die aber aktuell schwächeln. Vielleicht ist der Urlaub die richtige Gelegenheit, sie vorerst zu verkaufen. Möglicherweise steigt der Anleger später wieder zu günstigeren Konditionen ein, wenn der Kurs wirklich weiter nachgeben sollte, sich aber an der fundamental positiven Bewertung nichts ändert. Bei solchen Verkäufen, die manche Menschen auch vornehmen, um noch etwas Liquidität in die Urlaubskasse zu spülen, empfiehlt sich Besonnenheit. Eine Totalverkauf aller Werte ist selten die richtige Lösung. Damit nimmt sich der Anleger die Chance auf schöne Gewinne während seiner Urlaubszeit. 


Zweite variante: Stopploss Orders 

Stopploss Orders sichern die Werte bei einem bestimmten Stand unter dem gegenwärtigen Kurs ab. Sie müssen sehr klug gewählt werden. Das Risiko muss den Präferenzen des Anlegers entsprechen (zum Beispiel maximal 20 Prozent des Gesamtdepots zu riskieren), doch der Stopploss muss auch an einer charttechnisch sinnvollen Stelle stehen. Das Depot wäre aber damit komplett urlaubsfest, wenn nicht gerade ein gigantischer Crash zu einer abnormen Slippage und verheerenden Gaps führt.