Sono Solarauto made in Germany

Das Unternehmen möchte einen Wagen mit Elektromotor produzieren, für welchen der Käufer nur 20.000 Euro zahlen muss. Damit wäre ein solcher Wagen deutlich billiger als die Modelle, die beispielsweise Tesla anbietet. Dort muss ein Kunde für das neue Model 3 mindestens 45.000 Dollar ausgeben.


Es ergeben sich Einsparungen bei den Produktionskosten, da es zum Verbau von Schaltern und Knöpfen kommt, die schon andere Fahrzeughersteller nutzen. Entwicklungskosten hierfür entfallen, was sich auf den Verkaufspreis niederschlägt. Die Verantwortlichen können zusätzlich die Komponenten zu günstigsten Konditionen erwerben, da die Massenproduktion dieser Teile schon angelaufen ist und die Hersteller nur ihre Kapazitäten erhöhen müssen. Zusätzlich sind die Pkws schon beim Verlassen des Firmengeländes mit Carsharing-Optionen ausgestattet, wodurch die Verantwortlichen, die alle unter 30 Jahre alt sind, ein interessantes Alleinstellungsmerkmal entwickelt haben.
Es handelt sich bei diesem Unternehmen um das wohl reizvollste Start-up, das Interessierte derzeit im deutschen Autobereich finden können. Experten befassen sich stark mit diesem Anbieter und sind von den Potenzialen der Idee überzeugt.


Herausforderungen

Ein Fünftürer ist schon in der Entwicklung und soll ab 2019 den Markt erobern. Es bleibt jedoch fraglich, ob eine Massenproduktion zu diesem Zeitpunkt schon möglich ist und wie hoch das Kundeninteresse ausfällt. Es steht aber fest, dass Sono es geschafft hat, dass mit einem überschaubaren Kapitalstamm ein Modell designt wurde. Das deutet auf die Effizienz des gesamten Teams hin. Andere Hersteller verfügen über weitaus größere Ressourcen und haben vergleichsweise lange für die Entwicklung gebraucht. Zusätzlich fallen dort die Anschaffungskosten höher aus.
Durch die neue Finanzierungsrunde wollen die Gründer für mehr Geld sorgen, damit das geplante Modell Sion in Serie gehen kann. Das derzeitige Finanzierungsmodell, des erst 2016 gegründeten Unternehmens, sah das Sammeln von Zahlungsmitteln über Crowdfunding-Angebote und Vorbestellungen durch Interessenten vor. Ein Jahr später sahen Investoren die Möglichkeit, dass sie hier ihr Vermögen vermehren können. Bekannte Konzerne wie die Böllinger Group, die als Autozulieferer den Experten bekannt ist, oder der Besitzer von Juvi, einem Energiedienstleister, stellen Finanzspritzen zur Verfügung. Eine Geldsumme, die sich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich befindet, floss so auf die Firmenkonten.


Nun aber sind größere Summen anvisiert. Diese sollen sich in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe befinden und so für mehr Finanzkraft sorgen. Dies bestätigten der Finanzverantwortliche Martin Sabbione und Laurin Hahn, einer der Gründer.


Mehrere Säulen der Finanzierung sind vorgesehen

So wandte sich Sono an die 8.000 Käufer, die schon eine Vorbestellung für einen Wagen abgegeben haben. Diese zeigten mit der Auftragsvergabe, dass sie sich für die Firma begeistern, weshalb hier Gespräche einfacher verlaufen, da man weniger Überzeugungsarbeit leisten muss. Fünf Millionen Euro erhoffen sich Laurin Hahn und seine Mitstreiter von ihnen.
Zusätzlich greifen die Jungunternehmer auf die schon in der Vergangenheit erfolgreiche Option der Crowd-Finanzierung zurück. Dafür haben sie eine neue Strategie und einen Werbeplan entwickelt.


Mit dem aus Bayern stammenden Vermögensverwalter CAV fand man zusätzlich einen zuverlässigen Partner, der eigens Fonds dafür entwickelte. Dabei muss jeder Anleger mindestens 200.000 überweisen. Auf diese Weise können sich Privatpersonen an Sono beteiligen. Der Betrieb erhofft sich so eine Summe, die bei ungefähr 15 Millionen Euro liegt.
Ferner kommt es zur direkten Ansprache und Verhandlungen mit institutionellen Geldgebern. Dabei handelt es sich um Gesprächspartner, die aus dem Finanzwesen stammen und in Sono ein neues und lohnendes Spekulationsobjekt sehen, mit dem sich hohe Gewinne erzielen lassen, wenn das Unternehmen mögliche Käufer von seinem Angebot überzeugt. Auf diese Weise erhält das Start-up einen Wert von ungefähr 100 Millionen Euro.