Soros gegen die USA: Starinvestor wettet auf Absturz

Starinvestor George Soros traut dem Aufschwung unter Trump nicht und spekuliert darauf, dass die US-Aktienkurse demnächst fallen werden. Schon einmal hatte er gegen Amerika gewettet und am Ende gegen Trump, den er als Hochstapler bezeichnete, verloren.

George Soros lässt sich weder von der florierenden Wirtschaft, den boomenden Börsenkursen und den steigenden Unternehmensgewinnen beeindrucken - der Hedgefonds-Manager ist überzeugt, dass der Aufschwung ein Ablaufdatum hat. Genau deshalb setzte der 88-Jährige nun 500 Millionen US-Dollar auf den Wall Street-Absturz. George Soros, ein bekennender Gegner Trumps, setzte schon im Sommer 2017 auf den Absturz. Doch in weiterer Folge kletterten die Kurse nach oben - der Starinvestor musste am Ende zugeben, sich tatsächlich getäuscht zu haben. Zahlreiche Einsätze wurden glattgestellt. Doch die Niederlage kratzte am Ego - so wurde kurzerhand Trump als „Möchtegern-Diktator“ und „Hochstapler“ bezeichnet, der die „Welt in einen Krieg stürzen“ kann. Doch die neuen Soros-Wetten sind auch aus einem weiteren Grund durchaus pikant: Donald Trump hat gegenüber Ungarn einen außenpolitischen Schwenk vorgenommen - wurde Premier Victor Orbán von Barack Obama weitgehend ignoriert, weil er dessen populistischen Kurs ablehnte, scheint Trump in Orbán einen Verbündeten auf europäischem Boden gefunden zu haben. George Soros ist gebürtiger Ungar, in Orbáns Ungarn jedoch nicht erwünscht. So wurde vom Premier ein eigenes Hochschulgesetz entworfen, um die Central European University, eine von Soros gegründete Hochschule, aus der Hauptstadt Budapest zu vertreiben. In den Augen von Soros würde Orbán nicht nur einen Kampf gegen die westliche Kultur führen, sondern würde Ungarn auch wieder ein Stück näher an Russland positionieren. Dieselben Probleme würden nun, so Soros, auch in den USA sichtbar werden - denn auch hier würde Trump gegen demokratische Vorgänge vorgehen und mitunter die USA näher an Putin heranführen.

 

Liegt Soros mit seiner Einschätzung diesmal richtig?

Soros ist einer der reichsten Männer auf der Erde - einen Gutteil des Vermögens überschrieb er seiner Stiftung. Das ist auch der Grund, warum er sich im Bloomberg Milliardärs-Ranking nur auf Platz 190 befindet - sein Vermögen beträgt, nach Überschreibungen an seine Stiftung, um die 8 Milliarden US Dollar. Der legendäre Ruf wurde im Jahr 1992 begründet, nachdem er die Bank of England mit dem Quantum-Hedgefonds in die Knie zwang und dafür sorgte, dass das Pfund aus dem Europäischen Währungssystem musste. Die Kapitulation der britischen Bank brachte Soros Milliarden ein. Der gebürtige Ungar verdiente auch an der Asien-Krise und soll im Zuge der Euro-Krise hohe Gewinne eingefahren haben. Die Finanz-Wetten sorgten aber auch immer wieder dafür, dass Soros angreifbar wurde. Denn nicht immer stehen die Wetten im Einklang zu den Positionen, die in der Öffentlichkeit eingenommen hat. So haben die letzten Dokumente gezeigt, dass er sich etwa bei Twitter und Facebook eingekauft hat - öffentlich warnte er jedoch immer wieder vor den sozialen Medien.

 

Sind die Wall Street und Trump zu große Gegner?

Mit Donald Trump und der Wall Street hat sich Soros zwei richtig starke Gegner zur Brust genommen. Dass die amerikanischen Aktien das Nonplusultra der Investoren sind, ist kein Geheimnis - so auch nicht der Umstand, dass Trumps Steuerreform die Gewinne in die Höhe schießen lassen. Aktuell gibt es keine andere Region, die bei den Fondsmanagern ein größeres Gewicht hat. Aktuell werden die US-Aktien so stark wie im Januar 2015 gewichtet. Aber der Optimismus kann auch gefährlich werden, wenn es tatsächlich zu einer Trendumkehr kommt. Denn mitunter könnten die Gewinne, die durch die Steuerreform möglich gemacht wurden, auch nur eine Art kurzfristiger Zuckerrausch sein. Das heißt, die US-Aktien wären eindeutig zu teuer und somit reif für die Korrektur - und genau auf diese Entwicklung hofft Soros.