Sport als Religion: Streamingdienst Dazn dreht auf

Noch vor ein paar Jahren konnte niemand etwas mit dem Begriff „Dazn“ anfangen. Doch dies hat sich rasant geändert. Der noch vor kurzer Zeit unbekannte Sport-Streaming-Dienst legt ein schnelles Wachstum hin und ist daher ein starker Konkurrent für klassische Fernsehanbieter. Dabei geht das Unternehmen ähnlich wie Amazon vor.

Wer sich mit Plattformen aus dem Netz befasst, der denkt dabei selbstverständlich an die großen und bekannten Konzerne. Google und Facebook fallen den meisten Leuten gleich ein. Auch Apple oder Amazon kennen die Nutzer mit Sicherheit. Diese vier Konzerne haben ein Imperium aufgebaut, das weltumspannend ist und dem sich kein User entziehen kann, auch wenn er das möchte. Auf irgendeine Weise kommt er immer mit einer der Firmen in Kontakt, ohne dass ihm das bewusst ist.

Doch seit der Machtübernahme im Netz gibt es keinen Betrieb mehr, der diese Stellung angreifen konnte. Es gab viele Versuche, doch keiner erfolgreich. Jede Menge soziale Netzwerke haben sich gegründet und wurden aufgelöst oder verschwanden in der Bedeutungslosigkeit. Lokalisten.de ist ein solches Beispiel, das aus Deutschland stammt. Experten und Analysten fragen sich daher schon lange, ob es überhaupt noch Anbieter gibt, die in diese Sphären vorstoßen können. Mit Netflix hat es eine Firma geschafft und agiert mit viel Erfolg. Bei der Gründung 1996 konzentrierte sich der Betrieb auf das Versenden von DVDs. Die Verantwortlichen erkannten jedoch, dass dieses Geschäft nicht mehr lange funktioniert und suchten nach neuen Wegen. Sie entwickelten einen Streaming-Dienst, bei dem derzeit ungefähr 130 Millionen Kunden angemeldet sind. Es stellt sich die Frage, ob Dazn auch in diese Regionen gelingen kann.


Kann Dazn sogar Netflix überholen?

Dazn ist ein solcher Kandidat, der das Potenzial mitbringt und dessen Eigentümer auch den Willen dazu zeigen. Hier handelt es sich wieder um einen Streaming-Anbieter, der in diesen elitären Klub der Weltmarktführer aufsteigen möchte. Doch wer oder was ist Dazn eigentlich?
Sportbegeisterte haben diesen Namen mit Sicherheit schon gehört und dort möglicherweise ein Abo abgeschlossen. Der Konzern besteht erst seit 2016 und kann bisher auch nur Verluste einfahren. Doch die Expansionsstrategie ist aggressiv und stellt andere Anbieter vor große Probleme. Dazn hat seinen Sitz in London und agiert von hier aus clever. Das Geschäftsmodell ist einfach und sorgt für eine hohe Attraktivität. Für monatlich 9,99 Euro haben die Kunden Zugriff auf eine Vielzahl von Ereignissen und Events. Auch Randsportarten kommen dort vor und finden Berücksichtigung, weshalb es zur Ansprache von Kundenkreisen kommt, die sonst keine für sich geeigneten Pakete finden. Bekannte US-Sportarten wie Eishockey übertragen die Londoner in Europa exklusiv. Aber auch Reiten oder Golf finden hier Berücksichtigung. Fußballfans erwartet ebenfalls ein tolles Angebot. Hier hat Dazn viele Rechte erworben. Zusammen mit Sky kommt es zur Ausstrahlung der UEFA Champions League. Das ZDF hat seine Rechte beispielsweise verloren, weshalb die Anhänger auf ein Abo dort angewiesen sind. Geht diese riskante Vorgehensweise in den nächsten Jahren auf, dann entsteht ein Weltkonzern, der zu den Marktführern in seiner Branche gehört.