Spotify schließt Quartal erstmals mit Gewinn ab

Das schwedische Musikstreamingportal Spotify hat seine Quartalsbilanz für das dritte Quartal 2018 bekannt gegeben. Es gab positive Nachrichten zu vermelden: Dem Stockholmer Unternehmen gelang es erstmals in seiner Geschichte, schwarze Zahlen zu schreiben.

Im vergangenen Quartal belief sich der Gewinn von Spotify auf 43 Millionen Euro. Der Quartalsumsatz lag bei 1,35 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von einem Drittel im Vorjahresvergleich entspricht. Die Freude bei den Spotify-Verantwortlichen dürfte sich aber in Grenzen halten. Der erstmalige Gewinn ist nämlich nicht auf die Entwicklung des eigenen Streamingportals zurückzuführen, sondern auf die Beteiligung an einem Branchenkollegen.


Gewinn nur dank Tencent-Beteiligung

Seit Ende 2017 hält Spotify Anteile des chinesischen Musikanbieters Tencent Music in Höhe von 9 %. Tencent Music betreibt unter anderem den in Asien äußerst erfolgreichen Streamingdienst QQ Music und hat insgesamt über 700 Millionen Benutzer. Es gehört zum chinesischen Konglomerat Tencent Holdings. Im Gegenzug hält Tencent Music seinerseits Anteile von Spotify. Im Laufe des vergangenen Quartals wurden die Aktien von Tencent Music neu bewertet, was in einer Steuergutschrift von 125 Millionen Euro für Spotify resultierte. Diese Gutschrift erst ermöglichte dem Musikunternehmen die erste Quartalsbilanz mit einem Gewinn. Da es sich dabei um ein einmaliges Ereignis handelt, gehen die Schweden allerdings davon aus, dass sich bereits bei der Quartalsbilanz für das letzte Quartal des Jahres 2018 wieder das altbekannte Bild mit roten Zahlen einstellen wird.


Spotify bleibt Marktführer

Trotz wenig erfreulicher Aussichten für das kommende Vierteljahr kann sich Spotify über seine Benutzerzahlen nicht beschweren: Momentan hat das Unternehmen rund 191 Millionen monatliche aktive Benutzer, was einen Zuwachs von 28 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Von diesen sind jedoch nicht einmal die Hälfte zahlende Kunden mit einem kostenpflichtigen Abonnement, nämlich etwa 87 Millionen. Hier konnte man immerhin eine Steigerung von 40 % im Vergleich zu 2017 verzeichnen. Der Rest greift auf den werbefinanzierten, kostenlosen Tarif zu. Bis zum Jahresende soll bei den aktiven Benutzern die 200-Millionen-Marke geknackt werden, die Prognose liegt bei bis zu 207 Millionen. Bei zahlenden Abonnenten wird ein Wert von 96 Millionen angepeilt.

Spotify ging 2008 von der schwedischen Hauptstadt Stockholm aus in Betrieb. Inzwischen ist das Unternehmen in weltweit 65 Märkten präsent. Der Streamingdienst ist aktueller Marktführer in seiner Branche und hat mehr Benutzer als seine Konkurrenten. Zu diesen zählen etwa Apple Music, Amazon Music oder Deezer. Allerdings ist Spotify deutlich dringender auf Gewinne angewiesen, weil es seinen Umsatz ausschließlich mit Musikstreaming macht. Das sieht bei Konzernen wie Apple oder Amazon anders aus. Mit YouTube Music ist zudem seit einigen Monaten ein weiterer Neuling mit von der Partie, der Spotify gefährlich werden könnte.