Start der Plattform für Handel mit Startup-Anteilen

Vor wenigen Jahren galten Unternehmen wie Facebook oder Netflix als Startup. Mittlerweile gelten diese Unternehmen jedoch als Stars der Finanzwelt. Um auch einen Anteil am Erfolg solcher Unternehmen zu haben, hat die German Startups Group eine neue Plattform veröffentlicht. Über diese Plattform können die Nutzer Startup-Anteile erwerben.

Neue Startup-Plattform macht investieren leicht 

Am Dienstag den 19. Juni stellte die German Startups Group, ein Berliner Startup-Investor, eine neue Plattform vor, welche für den Handel von Startup-Anteilen gedacht ist. Diese neue Plattform wird unter dem Namen GS Market vermarktet. Die Plattform soll dazu beitragen, dass eine breite Anlegergruppe eine Möglichkeit zur Investition an Startups erhält. Einzige Voraussetzung laut der German Startups Group ist die Investition von mindestens 200.000 Euro.

Laut dem Berliner Startup-Investor handelt es sich bei GS Market um eine Matchmaking-Plattform, welche Anbieter und Nachfrager von Secondary Shares zusammenbringen sollen. Bei den Secondary Shares handelt es sich um Unternehmensanteile deutscher Startups, welche im Rahmen einer Finanzierungsrunde oder Gründung ausgegeben wurden und nun von den Vorbesitzern am Sekundärmarkt verkauft werden sollen. Laut den Entwicklern soll die Plattform eine Möglichkeit für Gründer, Mitarbeiter, Risikokapitalgeber oder Business Angel sein, um Kontakt mit Anlegern aufzunehmen.

 

Idee zur Plattform kommt aus den USA 

Die Idee zur Entwicklung einer solchen Plattform ist allerdings nicht neu. Vielmehr findet die Plattform ein Vorbild in einer bestehenden Plattform, welche das Matchmaking in den USA ermöglicht. Besonders bekannt ist beispielsweise Sharespost, eine Plattform, die bereits breite Zustimmung bei den Nachfragern finden konnte. Doch laut der German Startups Group soll die eigene Plattform das bekannte Angebot des amerikanischen Pendants auf ein neues Level bringen und um Zweckgesellschaften, welche in der Szene auch als „SPVs“ bezeichnet werden, erweitern. Dies soll dazu beitragen, dass mehrere Anleger durch gesammelte Investments eine Möglichkeit zur Investition erhalten. Dieser als Pooling bezeichnete Ansatz wird bereits in den USA praktiziert. Hier sollen viele kleine Anleger durch eine Bündelung des Kapitals eine Möglichkeit zur Investition in Fonds mit einer Mindestgröße erhalten. Renommierte Startups, welche diesen Ansatz etabliert haben, sind Artivest oder iCapitalNetwork.

 

Kontaktaufnahme ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells 

Laut den Entwicklern soll die Plattform dazu beitragen, dass Anleger nach Anlageopportunitäten suchen und im ersten Schritt diese einsehen, vergleichen und bei einem weitergehenden Interesse auch den ersten Kontakt mit den Anteilseignern aufnehmen können. Somit sollen laut dem Geschäftsführer der German Startups Group, Christoph Gerlinger, illiquide Unternehmensanteile liquider gemacht werden. Zudem sollen Gründer- und Angel-Investments in Bezug auf das Risiko verringert und die Zeit bis zum Exit optimiert werden. Demnach sollen bis zum Ende des aktuellen Jahres rund 50 Beteiligungen etablierter Anbieter, welche vor allem in der Assetklasse „German Tech“ aktiv sind, auf der Plattform gehandelt werden.

Doch neben dem direkten Investment in ein Startup sollen auch andere Anlageformen unterstützt werden. So können Investoren Anteile neuer oder bereits laufender Venture-Capital-Fonds, Venture Loans oder Wandeldarlehen auf der Plattform erwerben. Wichtig für potenzielle Interessenten ist der Fakt, dass diese Anlageformen einer notariellen Beurkundung oder der Zustimmung Dritter bedarf. Das bedeutet, dass der eigentliche Handel nicht über die Plattform abgewickelt wird, sondern lediglich Anbieter und Nachfrage zusammengeführt werden.