Start-up-Barometer Europa

So kam es zu einem Anstieg von knapp 27 Prozent, wenn es um Risikokapitalinvestitionen ging. 10,2 Milliarden Euro flossen auf die Geschäftskonten der einzelnen Firmen. Auch kam es zu einem deutlichen Anstieg bei den Finanzierungsrunden. Diese stiegen um ungefähr 19 Prozent auf 1.995.



Welche Standorte sind attraktiv und welche Nationen profitieren speziell?

Besonders in Großbritannien kam es zu einem Anstieg des Interesses. Insgesamt sammelten britische Jungbetriebe 3,1 Milliarden Euro ein. Mit einem Plus von 23 Prozent ist das der höchste Wert, den die Experten verzeichnen konnten. Doch auch Deutschland stellt sich für Anleger als attraktiver Markt mit vielen Möglichkeiten heraus. Hier kam es sogar zu einigen Großdeals, welche sich auf das Investmentvolumen deutlich auswirkten. Von ungefähr 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr kam es zu einer Steigerung auf über 2,4 Milliarden Euro. Doch auch Frankreich ist für Anleger interessant. Um 11 Prozent stiegen hier die Finanzzuschüsse in diesem Bereich. Dies ist gleichbedeutend mit einem Wert von 2 Milliarden Euro.

 

Veränderungen im Städteranking

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 belegte die deutsche Hauptstadt hinter den Weltmetropolen London und Paris den Bronzerang. Doch durch einige Deals und neue Ideen, konnte Berlin den zweiten Platz nach 2017 erneut verteidigen. Doch noch immer ist der Regierungssitz an der Themse das interessanteste Ziel für Geldgeber in Europa. Im ersten Halbjahr 2018 kam es zu Investments, die bei ungefähr 2 Milliarden Euro lagen. Dies entspricht einem Zuwachs von 19 Prozent. Paris glänzt ebenfalls mit großen Zuwachszahlen. Das Interesse stieg um circa 53 Prozent und somit konnte zusätzlich die Milliarden-Grenze überschritten werden. Daraus errechnet sich ein Wert von 1,4 Milliarden Euro. Berlin blieb mit einer Zuwachsrate von 10 Prozent etwas weiter zurück. 1,61 Milliarden Euro an frischen Geldern standen den Gründern zur Verfügung.

Hinter den drei Weltstädten folgt Stockholm. Hier investierten Marktteilnehmer 325 Millionen Euro, was einen minimalen Rückgang bedeutet. Schon auf dem sechsten Platz findet man mit München eine weitere deutsche Stadt. Über knapp 215 Millionen Euro durften sich Jungunternehmer in der bayerischen Landeshauptstadt freuen. Unter den Top-Ten-Zielen befinden sich außerdem Dublin, Tallinn, Durham, Cambridge und Zürich.

Diese Werte spiegeln auch die Landesstrukturen wider. Während sich in Frankreich und Großbritannien nur die Hauptstädte die passende Infrastruktur bieten, sieht es in Deutschland anders aus. Schon immer war das Land dezentral organisiert, weshalb unterschiedlichste Regionen hervorragende Voraussetzungen für eine Ansiedlung bieten.


Wer startete diese Analyse und welche weiteren Rückschlüsse lassen sich daraus ziehen?

Ernst & Young hat sich mit diesen Zahlen befasst, diese gesammelt und ausgewertet. Es handelt sich dabei um eine der weltweit bekanntesten Beratungs- und Prüfungsfirmen. Dabei kam es zu einer Auswertung im Bereich der Risikokapitalinvestitionen, die sich auf Europa konzentrierten.

So fanden die Spezialisten heraus, dass das Interesse an solchen Anlageformen immer weiter steigt und sich neue Optionen für Händler sowie Investoren ergeben. Andersartige Ideen und Technologien sind gefragt und stellen einen anhaltenden Trend dar. Konservative Geschäftsmodelle und Angebote hingegen werden immer uninteressanter, da diese beispielsweise mit geringen Renditen verbunden sind. Der Druck auf die Geldmanager steigt weiter an, weshalb sich ihre Risikobereitschaft erhöht. Zusätzlich kommt es zu immer mehr Großgeschäften, die vor ein paar Jahren noch undenkbar waren. Diese sorgen dafür, dass die Erfolgschancen von Start-ups steigen und sich zusätzlich mehr Marktteilnehmer für diesen Geschäftszweig interessieren. Ferner führten die neuen Betriebe weitaus mehr Finanzierungsrunden als in der Vergangenheit durch. Sie kommen auf diese Weise an neue Finanzspritzen und können ihre Produkte oder Dienstleistungen leichter weiterentwickeln und über die Projektphase hinaus entwickeln.
Dabei gibt es eine überraschende Auffälligkeit. Anders, als in anderen Bereichen ist die Angst vor dem Brexit und den damit verbundenen Hindernissen und Gefahren nicht spürbar.

Die Anzahl der Transaktionen, bei denen es zur Überweisung von mehr als 100 Millionen Euro gekommen ist, wuchs von zehn im Vorjahreszeitraum auf zwölf. Dabei ist auffallend, dass nicht nur institutionelle Anleger und Fonds sich hier beteiligen. Große Firmen sehen hier ebenfalls neue Chancen. Es kommt zu Zusammenarbeiten sowie Investitionen. So lassen sich frische Märkte erschließen. Zusätzlich kommt es zur Ansprache von neuen Kunden. Ferner profitieren die Konzerne von den neuen Ideen, die sie für sich nutzen können und so sich einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz erarbeiten. So brauchen sie nun kein eigenes Personal einstellen oder Forschungen selbst durchführen. Durch exklusive Vereinbarungen ist es ihnen erlaubt, dass sie Zugriff auf neue Patente ihrer Partner haben und können sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.


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