Steuererklärung 2017 im Eiltempo

Die jährliche Steuererklärung ist für viele Steuerzahler ein notwendiges Übel. Oftmals geht es einfach nicht um eine maximale Steuererstattung, sondern um ein möglichst geringes Zeitinvestment. Steuerzahler, die kein Interesse an der Erstattung des letzten Euros haben, können die Steuererklärung in Rekordzeit erledigen.

Steuererklärung in Rekordzeit abschließen 

Am 31. Mai ist die Abgabefrist für die jährliche Steuererklärung und viele deutsche Steuerzahler quälen sich in den letzten Tagen vor der Abgabe, um die entsprechenden Belege zu sortieren, Kopien aller benötigten Dokumente zu erstellen, Listen anzufertigen und benötigte Formulare auszufüllen, welche dringend vom Finanzamt benötigt werden. Dabei ist es oftmals irrelevant, ob eine Steuererstattung gewährt wird. Zudem hat kaum ein Steuerzahler Spaß an diesen Aktivitäten, sodass so manches Wochenende eher arbeitsintensiv und wenig erholsam ist.

Doch vor allem Steuerzahler, bei denen sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas ändern wird, müssen nicht so viel Mühe und Aufwand in die Steuererklärung investieren. Durch den Einsatz der richtigen Hilfsmittel sowie einer frühzeitigen Vorbereitung kann das gesamte Prozedere auch schnell und einfach vonstattengehen. Zwar sollte jedem klar sein, dass auf diese Weise nicht die maximale Steuererstattung generiert wird, jedoch wird das lästige Verfahren somit auf ein minimales Zeitfenster reduziert.

 

Schnelle Steuererklärung mithilfe der Vorausgefüllten Steuererklärung 

Eine Methode, um wenig Zeit in die Bearbeitung der eigenen Steuererklärung zu investieren, ist das Nutzen der Vorausgefüllten Steuererklärung (VaSt), welche vom Finanzamt bereitgestellt wird. Die einzige Voraussetzung hierbei ist, dass im Vorhinein eine Anmeldung stattgefunden hat. Durch die Nutzung von Elster oder durch eine Steuersoftware lässt sich der Belegabruf durchführen. Eine Software übernimmt die benötigten Daten in ein entsprechendes Steuerformular.

Das VaSt sorgt dafür, dass bereits wichtige Stammdaten wie Name, Anschrift, Geburtsdatum oder die Bankverbindung hinterlegt sind. Zudem werden das gemeldete Bruttoeinkommen und alle anderen Daten der Lohnbescheinigung in diese Vorlage übernommen. Hierzu gehören auch Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge, Aufwendungen für die Vorsorge und Lohnersatzleistungen. Dabei haben alle relevanten Institutionen bis zum 28. Februar Zeit, um die Daten des Vorjahres an das Finanzamt zu übermitteln. Aus diesem Grund ist der Abruf des Belegs bereits zur Mitte des März möglich.

Die VaSt gibt es erst seit dem Jahr 2014 und wird vor allem von Steuerberatern genutzt. In Deutschland werden jährlich rund 27 Millionen Steuererklärungen eingereicht. Davon werden 21 Millionen via Elster eingereicht. 5,5 Millionen Steuerzahler vertrauen dabei auf VaSt, obwohl eine umständliche Anmeldung die Nutzung erschwert. Auch Berater in Lohnsteuerhilfevereinen setzen auf die vorausgefüllte Steuererklärung, um die Mitglieder schnellst möglichst mit den passenden Unterlagen zu versorgen. Jeder Steuerzahler der dieses Verfahren nutzt, kann innerhalb weniger Minuten eine Steuererklärung erstellen und diese an das zuständige Finanzamt übermitteln. Allerdings ist dies nicht sehr empfehlenswert, da steuersenkende Angaben nicht gemacht werden. Des Weiteren sollten die Angaben auf Richtigkeit überprüft und bei entsprechenden Feldern aktualisiert werden.

 

Dringend steuersenkende Angaben ergänzen 

Wer die Beratung eines Lohnsteuerhilfevereins heranzieht, der muss zudem steuersenkende Angaben machen. Hierzu gehören Werbungskosten, Sonderausgaben, haushaltsnahe Dienstleistungen, welche in Anspruch genommen worden, und außergewöhnliche Belastungen. Zudem müssen die Angaben des Steuerpflichtigen überprüft werden, da ansonsten das Risiko der Steuerhinterziehung entsteht. Die Angaben der Arbeitgeber und Dritten sind in der Regel korrekt, können jedoch insbesondere im Falle von Nachzahlungen alternieren. Steuerzahler, die einen Dienstwagen besitzen, leiden oftmals unter diesen Fehlern. So überschreiben die Finanzämter etwa den geringeren Bruttolohn der Dienstwagenfahrer mit einem vom Arbeitgeber ermittelten und oftmals höheren Stundenlohn. Dieser Fehler ergibt sich aus der Nutzung der Ein-Prozent-Regel. Sind solche fehlerhaften Daten vorhanden, so muss Einspruch eingelegt werden. Zudem darf das Finanzamt die Daten des Steuerzahlers nicht ohne eine vorherige Überprüfung überschreiben.

 

Die VaSt ist nicht immer sinnvoll 

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die VaSt nur für Steuerzahler mit wenigen Möglichkeiten zur Steuersenkung sinnvoll ist. Steuerpflichtige, die nicht über die Pauschalbeträge bei den Werbungskosten kommen, sollten diese einfach ausreizen. Auch Vorsorgeleistungen sind durch die Ansetzung der gesetzlichen Krankenkasse abgegolten, sodass die Angabe weiterer Vorsorgeversicherungen keinen Vorteil mit sich bringt. Vor allem Steuerzahler, die neue Lebenssituationen aufgrund eines Umzugs, einer Scheidung oder der Geburt eines Kindes haben, sollten nicht auf die VaSt setzen. Zudem ist der Registrierungsprozess langatmig und anstrengend. Dabei muss eine Registrierung bei Elster unter Angabe der Steuer-ID und Steuernummer erfolgen. Zudem muss das Elster-Zertifikat besorgt werden. Hierbei verschickt Elster Briefe und Mails an die Nutzer, die Sicherheitscodes beinhalten. Diese verfallen nach kurzer Zeit, sodass eine Neuregistrierung stattfinden muss.

Wer eine Steuererklärung eingereicht hat, der kann die wichtigsten Belege auch nachträglich und auf Aufforderung des Finanzamtes einreichen. Zudem können auch Apps genutzt werden, welche die Verwaltung sämtlicher Belege erleichtert. Wer auf eine schnelle und automatisierte Steuererklärung setzt, sollte immer eine Prüfung des Steuerbescheids durchführen.