Steuertipp đź’¸ So erhalten Sie steuerfreie Leistungen vom Arbeitgeber

Eine Gehaltserhöhung kostet ein Unternehmen gleich mehrfach Geld. Denn neben dem, was der Mitarbeiter mehr auf dem Konto hat, fallen zusätzliche Steuern und Sozialleistungen an. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können statt dessen steuerfreie Leistungen vereinbaren. Dabei müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden.
 

Nur zusätzliche Leistungen sind steuerfrei

Wer bei einem Gehaltsgespräch mehr Geld für sich heraus holen möchte, sollte immer bedenken, dass nur zusätzliche Leistungen vom Arbeitgeber steuerfrei sind. Sie komplett oder teilweise durch eine Umwandlung des bisherigen Arbeitsentgeldes zu erreichen, ist zwar im Rahmen der Vertragsfreiheit grundsätzlich möglich. Allerdings fallen in diesem Zusammenhang die steuerlichen Vorteile weg. Praktisch ergeben sich so keine Vorteile mehr. Wichtig ist, den gesetzlichen Rahmen genau zu beachten. Um die Einhaltung bei Betriebsprüfungen klar nachweisen zu können, sollten alle Leistungen dokumentiert und mit Belegen nachgewiesen werden können.


Sachbezüge: Bis 44 € monatlich und 60 € zu persönlichen Anlässen 

Zu den bekanntesten Möglichkeiten gehört eine sachbezugsorientierte Leistung mit einem Wert von bis zu 44 € monatlich. Häufig sind dies Gutscheine zum Tanken oder Einkaufen oder ein Jobticket beim öffentlichen Personennahverkehr. Möglich sind darüber hinaus beispielsweise Mietvorteile bei einer Dienstwohnung. Wichtig ist, dass der Steuervorteil auf die komplette Leistung entfällt, wenn der Betrag über der Freigrenze liegt. Nur wenn der Arbeitnehmer selbst den darüber hinausgehenden Betrag bezahlt, bleibt es steuerfrei. Ebenfalls möglich sind Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen, wenn diese die Grenze von 60 € nicht übersteigen und ebenfalls einen Sachbezug haben. Typische Beispiele sind Geburtstage, Hochzeiten oder Geburt. Sie können allerdings auch einen Dienstbezug haben, sofern sie allein auf den einzelnen Arbeitnehmer zutreffen. Das sind beispielsweise Dienstjubiläen, Beförderungen oder Pensionierung.



Gesundheitsfördernde Maßnahmen bis 500 € pro Jahr 

Ebenfalls einige Stolpersteine sind zu beachten, wenn es um das Thema Gesundheitsprävention geht. So sind Beiträge zu Fitnessstudios regelmäßig nicht mit einem Steuervorteil förderungsfähig, da es nicht den Paragraphen 20 und 20a des Fünften Sozialgesetzbuches entspricht. Das liegt allein schon daran, dass ein Training in einem Fitnesscenter nicht zwingend die Gesundheit gezielt fördert. Benötigt werden konkrete Maßnahmen, um eine Förderung bis 500 € steuerfrei zu erhalten. Klassische Beispiele sind Rückengymnastik oder Raucherentwöhnungsprogramme. Wer sich das Fitnesstudio vom Arbeitgeber dennoch zahlen lassen möchte und dabei sein Training ohne konkrete Maßnahmen selber gestalten will, kann auf die allgemeine sachbezugsorientierte monatliche Leistung in Höhe von 44 € zurückgreifen.

 

Ausflüge, Betriebsfeiern, Kindergartenzuschuss und weitere Möglichkeiten 

Zwar kommt es nicht für jeden in Frage, doch gemeinsame Urlaube und Ausflüge können ebenfalls als steuerfreier Vorteil gewährt werden. Allerdings nur bis 110 Euro pro Mitarbeiter und Jahr. Möglich sind so beispielsweise kurze Städtetripps. Den selben Betrag dürfen Arbeitgeber für Betriebsfeiern aufbringen, wobei höchstens zwei Veranstaltungen pro Jahr möglich sind.
Eine beliebte Möglichkeit für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, sind Zuschüsse für die Betreuung nichtschulpflichtiger Kinder. Steuerfrei sind Zuschüsse wie die komplette Kostenübernahme für Kindergärten, Kindertagesstätten und Tagesmütter. Eine Betreuung zuhause von einem Kindermädchen oder einem Babysitter kann das Unternehmen zwar ebenfalls zahlen, zählt dann allerdings zu den lohnsteuerpflichtigen Leistungen. Weitere Möglichkeiten sind Essensgutscheine oder Kantinen, Dienstgeräte wie Smartphones oder Dienstwagen und einiges mehr.