STO vs. IPO: Welche Vorteile bieten Security Token Offerings gegenüber traditionellen Aktienemissionen

Im Rahmen eines Security Token Offerings werden Vermögenswerte in kleinere Werteinheiten unterteilt und an Investoren ausgegeben, genau wie bei einer Aktien- oder Anleiheemission. STOs bieten eine Reihe von Vorteilen.

In unserem letzten Artikel ging es um Security Token Offerings (STOs). Ein STO ist im Prinzip nichts anderes als eine klassische Wertpapieremission, nur eben in digitaler Form. Durch die neue Technologie haben sowohl der Emittent als auch der Anleger einige Vorteile:

 

1. Kostengünstige Kapitalmarktfinanzierung für den Mittelstand

Bei einer klassischen Aktienemission entstehen für den Emittenten hohe Kosten. Laut PWC betragen allein die Vorabkosten einer Aktienemission mindestens eine Million US Dollar. Dazu kommen die laufenden Kosten, die laut PWC zwischen einer Million und 1,9 Millionen US Dollar pro Jahr liegen. Das können sich die meisten Mittelständler nicht leisten. 

STOs sind in ihrer Struktur deutlich schlanker und somit kostengünstiger. Emittenten verkaufen ihre Token direkt an Investoren und es werden keine Mittelleute, wie Investment Banken oder Börsen, mehr benötigt.

Auch die Gebühren digitaler Börsen für den Handel am Zweitmarkt sind niedriger und die fortlaufende Verwaltung der Emission kann durch Smart Contracts automatisiert werden.

Aufgrund der geringeren Kosten können sich auch Mittelständler über ein STO finanzieren und Anleger erhalten Zugang zu einer breiteren Palette an Unternehmen.

 

2. Niedrige Transaktionskosten erhöhen die Liquidität

Security Token erlauben das Herunterskalieren hochpreisiger Wertanlagen wie zum Beispiel Immobilien, Kunstwerke oder auch Aktien. Dabei kann ein einzelner Vermögenswert in eine Vielzahl an Token mit geringem Nennwert unterteilt werden, wodurch auch Anleger mit kleinen Budgets fraktionelle Besitzansprüche erwerben können.

Beim Handel von Security Token fallen nur geringe Transaktionskosten an, sodass auch der Erwerb kleiner Stückzahlen wirtschaftlich attraktiv wird. Dadurch werden illiquide Vermögenswerte einer breiteren Masse an Anlegern zugänglich gemacht.

 

3. Effizienz: Keine Beschränkung der Börsenhandelszeiten 

An traditionellen Wertpapierbörsen wird der Handel nachts, am Wochenende und an Feiertagen unterbrochen. Platzierungen, die Broker außerhalb der Handelszeiten setzen, werden erst am darauffolgenden Handelstag abgewickelt. Da die Blockchain immer „geöffnet“ hat, können Security Tokens rund um die Uhr und an jedem Wochentag gehandelt werden. Dadurch werden Informationen schneller eingepreist und die Markteffizienz wird erhöht.

 

4. Anlegerschutz durch Smart Contracts

STOs sind von der Bafin regulierte Finanzinstrumente. Das heißt nicht, dass es sich um ein risikofreies Investment handelt, aber das regulierte Umfeld erhöht die Rechtssicherheit sowohl für Emittenten als auch für Investoren. Der Vorteil im Vergleich zu traditionellen Wertpapieremissionen ist, dass Security Token programmierbare Assets sind, denen ein sogenannter Smart Contract zugrunde liegt.

Ein Smart Contract ist vorprogrammierter Vertrag, dessen Vertragsklauseln automatisch abgewickelt werden, sobald alle Bedingungen erfüllt sind. Dadurch soll die Vertragssicherheit im Vergleich zu papierbasierten Verträgen erhöht werden, bei gleichzeitiger Reduzierung der Transaktionskosten. Wie das rechtlich und technisch genau funktioniert, dazu erfahren Sie nächste im nächsten Artikel mehr.