Stock-Picking macht den Unterschied

Frontier Markets erleben bislang ein ereignisreiches Jahr. Steigende US-Zinsen sind nur ein Grund für die bislang schwache Wertentwicklung vieler Grenzmärkte. Auch die Krise in Argentinien tat ihr übriges. Zuletzt entwickelten sich die Börsen vieler Frontier Markets sogar schlechter als die allgemeinen Industrie- und Schwellenländer. Doch nach Ansicht von Oliver Bell, Fondsmanager des T. Rowe Price Frontier Markets Equity Fund, bleiben die Anlageregionen weiter attraktiv. Aus mehreren Gründen.

Zum einen sind die Märkte nach der Kurskorrektur derzeit niedrig bewertet. Zum anderen gebe es sehr viele aussichtsreiche Werte, die die Chance auf langfristig steigende Kurse versprechen. „Mithilfe unseres fundamentalen Research haben wir viele Unternehmen ausgemacht, die in den nächsten Jahren nach unserer Ansicht einen potenziell nachhaltigen Gewinnzuwachs abliefern könnten“, erläutert Bell..
Frontier Markets sind die Vorstufe der Emerging Markets. Die wirtschaftlichen und politischen Umstände in vielen Grenzmärkten erinnern an die Schwellenländer Ende der 1990er Jahre – und lassen daher eine lange Phase mit positivem Wachstum erwarten. Abgesehen von den starken langfristigen Wachstumsperspektiven ist nach Ansicht Bells außerdem ihre geringe Korrelation zu den entwickelten Märkten und den Schwellenländern ein großer Vorteil. Dass nun Länder in die Emerging Markets aufsteigen, werde den weiteren Weg zum Wohlstand der verbliebenen Grenzmärkte nicht beeinträchtigen. Im Gegenteil.

 

Aufstieg in den MSCI Emerging Markets

Bekanntlich hat der Index-Entwickler MSCI jüngst Argentinien wieder als „Schwellenland“ eingestuft und nimmt die Südamerikaner ab Mai 2019 wieder in den entsprechenden Index auf. Neben Argentinien steigt auch Saudi-Arabien im nächsten Jahr in den MSCI EM auf. Das dürfte den Börsen in diesem und im nächsten Jahr und darüber hinaus Auftrieb verleihen, da die Märkte nun stärker in den Fokus der globalen Anleger rücken.
Das gilt vor allem für Saudi-Arabien. Bell hat in seinem Fonds, den Frontier Markets Equity Fund, auf Länderebene Saudi-Arabien am stärksten übergewichtet. Die fundamentalen Daten sind gut, außerdem ist das Land bei Weitem der größte Markt in Nahost ist. Es besitzt über 165 Titel und eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Mrd. US-Dollar. „Es ist außerdem diversifizierter als andere Länder – weder der Energie- noch der Finanzsektor dominieren den Index“, erläutert Bell die Vorzüge.


Erfolgreiche Kursselektion

Die Lage in Argentinien (derzeit nach Kuwait und Vietnam die drittgrößte Region im Portfolio) bleibt nach Meinung des Fondsmanagers fragil, trotz der Maßnahmen der Zentralbank, die den Leitzins auf ein Rekordhoch von 60 Prozent anhob. Insgesamt aber hat die aktive Kursselektion die Anleger vor noch größeren Kursverlusten bewahrt. „Gerade in solchen Sell-off-Phasen macht sich Stock-Picking positiv bemerkbar“, so der Fondsmanager.