Strategiewechsel bei IKEA - Projekte in den Innenstädten

Der schwedische Möbelriese IKEA hat in den vergangenen Monaten mit dem Aufbau einer neuen Philosophie für seine Geschäfte in Deutschland begonnen. Dabei will man sich in der Zukunft vor allem von den großen Geschäften außerhalb der Städte verabschieden und stattdessen auf einen Ansatz setzen, bei dem es darum geht, dass die Kunden viel einfacher in die entsprechenden Geschäfte kommen können. Zu der neuen Strategie gehört auch, dass bereits geplante Projekte erst einmal eingestellt werden.

Neue Orientierung auf die Innenstädte bei IKEA

Gemeinhin ist IKEA dafür bekannt, dass die Ladengeschäfte des schwedischen Konzerns außerhalb der großen Städte zu finden sind. Die riesigen Komplexe liegen nicht selten in der Nähe von Gewerbe- oder Industriesiedlungen und verfügen über ausreichend Parkplätze. Ein großes Problem, dass beinahe in allen Metropolen vorhanden ist, ist der mangelnde Anschluss an die öffentlichen Verkehrsnetze. Wer eine IKEA-Filiale in Deutschland besuchen möchte, muss daher in der Regel auf ein Auto setzen - was den Besuch für viele Kunden recht umständlich macht. Mit der neuen Strategie seitens des Konzerns sollen solche Probleme in der Zukunft vermieden werden.

Die Veränderung bei der eigenen Philosophie sieht als ersten Schritt vor, dass man die Geschäfte von IKEA künftig nicht mehr außerhalb der Städte findet, sondern direkt im Einzug der potentiellen Kunden. Mit Filialen in den Innenstädten und neuen Konzepten soll der Besuch auch für jene möglich sein, die nicht dauerhaft über einen eigenen Wagen verfügen oder simpel auf den Zugang mit dem öffentlichen Nahverkehr setzen. Ein entsprechendes Pilot-Projekt gibt es in Deutschland bereits eine Weile: In Hamburg-Altona ist eine Filiale in einer Fußgängerzone zu finden. Zwar ist das Angebot hier geringer, bietet aber andere Dienstleistungen, die für IKEA in der Zukunft eine größere Rolle spielen sollen.

Verbesserung für ein Wachstum im Online-Handel

Der Online-Handel wurde von IKEA über lange Jahre eher stiefmütterlich behandelt. Die meisten Kunden sind in die Geschäfte gegangen, haben sich die Ware vor Ort angesehen und sie direkt aus den großen Lagern mitgenommen, die in den meisten Fällen in den Komplexen angeschlossen sind. Auch das könnte sich mit der neuen Ausrichtung in der Zukunft verändern. In den Innenstädten ist deutlich weniger Raum für Lager vorhanden - entsprechend wird der Online-Handel eine größere Rolle spielen. Bei der Filiale in Hamburg ist es zum Beispiel möglich, dass die Waren einfach nach einem Besuch über das Internet bestellt und in die eigenen vier Wände geliefert werden können. Damit das reibungslos funktioniert und man sich auf die gestiegenen Erwartungen und vor allem die erheblich höheren Zahlen an Bestellungen einstellen kann, plant IKEA die Einrichtung von bis zu sechs neuen Versendezentren in Deutschland. Diese sollen die Lieferungen der Filialen übernehmen.

Bestehende Projekte werden gekippt - Bedeutung großer Häuser beibehalten

Einige der geplanten Filialen werden dem neuen Kurs zum Opfer fallen. An erstere Stelle steht dabei das neue Haus in Bottrop, das nicht den Erwartungen gerecht und daher noch in der Planungsphase gekippt wurde. Auch entsprechende Projekte in Nürnberg und Memmingen stehen erst einmal auf dem Prüfstand. Damit verfolgt man den neuen Kurs bereits jetzt und stellt sich auf Veränderungen bei der Eröffnung neuer Häuser ein. Bei IKEA betont man aber, dass die bestehenden Filialen auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen sollen. Diese sollen aber mit der Hilfe besserer Vernetzung und einer Steigerung im Online-Handel noch mehr Dienstleistungen für die veränderten Bedürfnisse der Kunden bieten.