Stürmischer Herbst für Anleger?

Themen wie der bevorstehende Brexit, die Wahl Donald Trumps sowie Matteo Salvinis sind lediglich als eine Konsequenz des systematischen Versagens zu bewerten. Es ist zu erwarten, dass die Wahl der Populisten in Italien dazu beitragen wird, dass der Prozess der Zerstörung beschleunigt wird.

Aufgrund der aktuellen politischen Unsicherheiten, welche sich in Form von Populismus und Protektionismus verdeutlichen, droht der Eintritt in eine Rezession und ein erneutes Aufflammen der Euro-Krise. Für Anleger zeichnet sich ein stürmischer Herbst ab.


Politische Unsicherheiten als Auslöser einer nahenden Rezession

Viele sehen in Donald Trump die Ursache einer nahende Weltrezession. Dabei ist der US-Präsident lediglich ein weiterer Auslöser, der nicht die Schuld an einem erneuten Aufflammen der Euro-Krise trägt. Diese Rolle wird dem Amerikaner jedoch in den Geschichtsbüchern zugeteilt. Die eigentliche Schuld tragen jedoch die Politiker, welche im vergangenen Jahrzehnt die Verantwortung in Europa und den USA trugen. Man kann diesen ein kollektives Versagen unterstellen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn es um die Beseitigung der Ursachen der Finanz- und Euro-Krise geht. Vielmehr setzten die Politiker auf die Geldpolitik der Zentralbanken, welche die Märkte mit einer unbekannten Liquiditätsschwemme konfrontierten. Kurzfristig zeigten die Maßnahmen eine Wirkung, welche langfristig jedoch nicht beibehalten werden kann.

Viele Politiker scheiterten am Finden einer Antwort auf wichtige Themen wie Globalisierung und Migrationsdruck. Stattdessen sollten die bestehenden Probleme lediglich mit der Zeit verschwinden. Dieser Wunsch wurde den Politikern jedoch nicht erfüllt. Doch statt die Probleme bei der Wurzel zu packen, wurden Illusionen geschaffen. Nachrichten wie eine Überwindung der Finanzkrise, eine Rettung des Euros oder die Verhinderung eines erneuten Brexits sind nahezu naiv. Zudem steht Deutschland vor einem demografischen Wandel, der das Arbeitnehmerbild nachhaltig verändern wird.

Diese Umstände führen dazu, dass Themen wie der bevorstehende Brexit, die Wahl Donald Trumps sowie Matteo Salvinis lediglich als eine Konsequenz des systematischen Versagens zu bewerten sind. Zudem wird erwartet, dass die Wahl der Populisten in Italien dazu beitragen wird, dass der Prozess der Zerstörung beschleunigt wird.


Die Griechenland-Rettung ist lediglich eine Wunschvorstellung

Trotz zahlreicher negativer Entwicklungen sind noch viele europäische Politiker positiv gestimmt. So wurde in der vergangenen Woche über die Rettung Griechenlands berichtet. Die Krise sei überstanden und das Land kann wieder auf eigenen Beinen stehen. Dabei sind die relativen Schulden größer als vor der Finanzkrise. Zudem wurden die Kreditgeber als Gewinner der Krise hervorgehoben. Allein Deutschland soll einen Zinsgewinn von 2,9 Milliarden Euro erzielt haben.

Im Umkehrschluss bedeutet dieser Umstand, dass Griechenland trotz höherer relativer Schulden nun nicht mehr auf eine Insolvenz zusteuert und die Kreditgeber durch die Vergabe der entsprechenden Kredite Gewinne erzielen konnten. Lediglich kritische Politiker wie Klaus-Peter Willsch weisen darauf hin, dass dieser Gewinn im Rahmen neuer Kredite erneut an Griechenland vergeben wird. Vor allem seinen Rettungen anderer Länder als Taschenspielertricks der Politik zu bezeichnen. Menschen, welche eine ökonomische Bildung genossen haben wissen, dass Geld einen Zeitwert besitzt. Somit ist Geld, welches ich heute besitze mehr wert, als zukünftige Zahlungsströme. Bereits im Jahr 2016 wurde belegt, dass der Schuldenstand Griechenlands nicht bei den berechneten 177 Prozent lag, sondern bei rund 70 Prozent des BIP. Dieses Delta entsteht aufgrund der Schuldenberechnung. welche nicht auf dem Nennwert eines Darlehens, sondern auf dessen Zeitwert basieren sollte. Die niedrigere Verschuldung ergibt sich aufgrund eines versteckten Schuldenerlasses, der alle Kreditgeber trifft. Insbesondere niedrige Zinsen, lange Laufzeiten und die steigende Inflation sorgen für eine Entwertung des Geldes. Innerhalb der kommenden Jahre wird die nominelle Verschuldung sicherlich auf das Ausgangsniveau reduzieren. Allerdings sind die vergebenen Kredite zu diesem Zeitpunkt wesentlich weniger wert. Somit handelt es um eine Art des Vermögenstransfers zwischen den Gläubigern und Schuldnern. Die Kosten werden durch die Politik nicht kommuniziert, sondern durch die Kreditvergabe auf den Steuerzahler verlagert.

 


Donald Trump als Gefahr für den Euro

Zum aktuellen Zeitpunkt ist das günstige Geld der EZB ein Garant für das Fortbestehen der Euro-Zone. Sollten diese geldmengenpolitischen Maßnahmen eingestellt werden, kann es zu einem erneuten Ausbrechen der Krise kommen. Mit den umgesetzten Wahlversprechen Donald Trumps droht Deutschland zudem ein Umsatzausfall von mehreren Milliarden Euro. Allein die Automobilindustrie wird 17 Milliarden Euro aufgrund der Strafzölle verlieren. Zudem sorgt Trump für ein schwächeres Wachstum in China, welches sich auf die restliche Welt abfärbt. Ein Ende der Niedrigzinsphase wird zudem für eine akute Euro-Krise sorgen. Auch die Umverteilungsmechanismen funktionieren nicht und Staaten sind weiterhin hoch verschuldet. Durch Forderungsausfälle könnten die EZB und die Notenbank den Geldhahn zudrehen und somit das Ende des Euros einführen.