Supersense – die technologische Innovation für Mobilfunkgeräte

Es gehört mittlerweile zum Stadtbild: immer mehr Menschen führen scheinbar Gespräche mit sich selbst. Studien zufolge sollen diese Selbstgespräche sogar das seelische Gleichgewicht fördern. Voraussetzung dabei ist natürlich, dass die Anrufe einen positiven Hintergrund und keinen negativen Einfluss auf das Stresslevel haben. Solche scheinbaren Selbstgespräche könnten in Zukunft auch zur Normalität werden. Die US-Firma Sonitus arbeitet an einer neuen Technologie, die die Stimme des Anrufers in den Kopf transportieren soll. Die neue Technologie wird im Mund getragen und sorgt dafür, dass die Gespräche mit nur minimalen Mundbewegungen geführt werden können.

Die neue Technologie soll unter dem Namen Supersense vermarktet werden. Die Firma orientiert sich beim Namen an Superhelden, welche ebenfalls übernatürliche Kräfte besitzen, denn die Technologie sorgt für ein neues Level der Kommunikation. Verkabelungen bei Kopfhörern und Mikrofonen wird somit der Vergangenheit angehören. Auch in Hollywood wird es zeitnah Anpassungen geben und die neue Technologie wird zeitnah in den neusten Filmstreifen integriert werden.


Praxistests finden bereits statt

Laut Sonitus finden bereits erste Praxistests statt. Aktuell wird die neue Technologie bei der US-amerikanischen Armee eingesetzt und stößt dort auf positive Resonanz. Die Installation des Geräts kann ohne einen Eingriff in den menschlichen Organismus durchgeführt werden. Es wird lediglich ein Zahnarztbesuch benötigt. Dieser fixiert den wasserdichten Lautsprecher am Backenzahn. Anschließend kann der Lautsprecher genutzt werden, um die Stimme des Anrufers direkt ins Gehirn zu übertragen. Allerdings basiert die Technologie nicht auf einer Schallübertragung. Vielmehr wird der Klang in Wellen umgewandelt, welche über die Kieferknochen bis in innere des Ohrs übertragen werden. Die übertragenen Wellen werden vom Innenohr wahrgenommen und für den Nutzer wirkt das Gespräch, als komme es direkt aus dem Inneren des Körpers. Auch der berühmte Buchautor Dan Brown hat in seinem neusten Roman „Origin“ über eine vergleichbare Technologie geschrieben.

Ein besonderer Vorteil der Technologie ist, dass die Anrufe keine Auswirkung auf Umgebungsgeräusche hat. Das bedeutet, dass der Hörer weiterhin Geräusche der Umgebung wahrnehmen kann. Für das Gehirn entsteht jedoch eine Zusatzbelastung, denn es muss die verschiedenen Geräusche den entsprechenden Quellen zuordnen. Wer nun jedoch denkt, dass diese Technologie eine Neuheit ist, der irrt sich. So bietet etwa die Firma „Aftershokz“ einen Kopfhörer an, der ebenfalls auf dieser Technologie basiert. Der „Trekz Titanium“ leitet den Schall ebenfalls über die Kieferknochen bis ins Innere des Ohres weiter und erzeugt somit das Bild einer inneren Stimme. Das Gerät sieht wie ein klassischer Kopfhörer aus, wird jedoch vor dem Ohr angesetzt. Vor allem Sportler können diese Technologie nutzen, um auch im Straßenverkehr die Umgebungsgeräusche wahrzunehmen.


Technische Revolution bei Implantaten

Die Funktionsweise des Mikrofones ist nahezu konventionell, wobei der große Unterschied die Integration im Körper darstellt. Dabei stellt sich für empfindliche Nutzer die Frage, ob das unangenehme und schmerzende Gefühl von Alufolie auf den Zähnen entsteht. Mitunter kann dies zu Beginn der Fall sein, doch wer in einer überfüllten Umgebung ein wichtiges Gespräch führen muss, der wird die neue Technologie zu schätzen wissen. Umgebungsgeräusche sind für den Gesprächspartner kaum mehr wahrnehmbar. Auch der Empfang soll gegenüber dem klassischen Mobiltelefon zunehmen und stets gut sein. Auch der Einsatz unter Wasser, beim Fallschirmsprung oder im Flugzeug sind ohne Probleme möglich. Der Hersteller fokussiert sich vor allem auf den Einsatz beim Militär.

Doch auch der schwedische Hacker Hannes Sjöblad ist vom Durchbruch der Technologie überzeugt. Allerdings merkt Sjöblad an, dass die Technologie noch nicht unkonventionell genug ist und empfiehlt die Integration in den Zahn. Sjöblad ist Biohacker und möchte den menschlichen Körper mit Technologien optimieren. Aus diesem Grund empfiehlt er die Integration von Chips unter die menschliche Haut. Somit wäre beispielsweise das Entriegeln von Türen oder das Bezahlen von Einkäufen per NFC-Kommunikation möglich. Dennoch sieht er in Supersense eine gute Technologie. Die Entwickler haben das Produkt mittlerweile bis zur Marktreife weiterentwickelt. Demnach würde ein marktreifes Produkt auch andere Unternehmen zur Weiterentwicklung der Technologie bewegen. Somit könnte das Mund-Telefon die Weiterentwicklung von technischen Implantaten in Zukunft vorantreiben.

Um Kritikern zu begegnen, wirft Sjöblad ein, dass der Schmerz nur eine untergeordnete Rolle spiele. Bereits heute lassen sich Menschen tätowieren und erdulden aus optischen Gründen weiteraus größere Schmerzen. Ein Chip ist dahingegen kleiner und die Implantierung wesentlich schneller. Sobald Verkehrsverbunde und Supermärkte auf Bio-Chips setzen, wird sich die Technologie wohl durchsetzen.