Supreme: einfach überragend?

Die Vogue, eine der bekanntesten Modezeitschriften der Welt, sieht in Supreme eine Marke mit einem „legendären globalen Status“. Auch die GQ bezeichnet die Marke als Symbol für Coolness. Sobald das Label neue Jacken, Rücksäcke oder T-Shirts veröffentlicht, bilden sich lange Schlangen vor den Läden. Die Stores finden sich in Metropolen wie New York, Tokio oder London wieder. Auch die Kooperation mit Louis Vuitton im vergangenen Jahr war eine Besonderheit in der Modeszene.

Im Rahmen einer CFDA-Gala erklärte der Gründer und Herren Designer des Jahres 2018, James Jebbia, dass er in Supreme nie ein Modeunternehmen gesehen habe. Zudem war es nie sein Ziel zum Designer zu werden. Die Marke ist mittlerweile ein Phänomen. Im Angebot stehen neben T-Shirts, Hosen und anderen Kleidungsstücken auch Gebrauchsgegenstände wie Feuerlöscher oder Brechstangen. Mit der Werbeanzeige in der „New York Post“ offenbarte sich allerdings die große Beliebtheit der Marke, denn binnen weniger Stunden wurde die Zeitschrift von den Jugendlichen New Yorks nahezu aufgekauft. Die „New York Times“ zitierte anschließend einen Modeblogger mit den Worten „Klatsch‘ ein Supreme Logo drauf und es wird aus den Regalen fliegen“.

 

James Jebbia – der Mann hinter Supreme

James Jebbia ist ein Brite, der in den USA geboren wurde und in den 80er Jahren mit einer Marktbude in New York startete. Dort verkaufte er zusammen mit seiner damaligen Freundin selbstgemachte Rucksäcke. Anschließend eröffnete er 1989 seinen ersten Laden namens „Union“. Zu Beginn ging es einzig um das Abdecken der eigenen Fixkosten.

Nur fünf Jahre später gründete er die Marke Supreme – ursprünglich sollte die Marke als Symbol für einen Skate-Store dienen. Die Mitarbeiter – allesamt Skater – waren der Erfolgsschlüssel und gaben dem Laden ein passendes Image. Die Atmosphäre trugt dazu bei, dass die Marke in den Fokus der Öffentlichkeit gelangte und neben den lokalen Skatern auch Künstler und Fotografen wie Terry Richardson anzog. Die Marke sollte später zum Erfolg werden und verfügt mittlerweile über elf Ladengeschäfte auf der Welt. Andere Vertriebskanäle nutzt Jebbia nicht. Lediglich zweimal jährlich veröffentlich Supreme neue Kollektionen und vertreibt die neuen Stücke nur sukzessive. So veröffentlicht die Marke jeden Donnerstag neue Stücke und die Jugendlichen bilden regelrechte Schlangen, um die neuen Stücke zu erwerben.

Diese Exklusivität trägt auch dazu bei, dass Supreme einen beachtlichen Wert besitzt. Im vergangenen Oktober verkaufte Jebbia 50 Prozent seiner Unternehmensanteile für rund 500 Millionen Dollar.

 

Erfolg war nicht geplant

Der Erfolg der Marke war laut Jebbia kein geplanter Erfolg, sondern ein Zusammenspiel von Ort, Zeit und harter Arbeit. Als einer der Erfolgsfaktoren kann der Standort des ersten Geschäfts in der Lafayette Street in Downtown Manhatten angeführt werden. Die Straße gilt als Hotspot der Kunstszene. Um dem Geschmack der Jugend zu entsprechen hat die Marke anschließend Kapuzenpullover mit einer guten Qualität produziert und verkauft. Dieses Konzept ging auf und die Preise für die Kleidung konnte über dem der Konkurrenz angesiedelt werden.

Für die GQ begründet sich der Erfolg der Marke vor allem im Umstand, dass die Zahl der Interessenten größer als die Zahl der Menschen ist, die sich die Kleidung der Marke tatsächlich leisten können. Auch für Jebbia ist der hohe Preis ein Erfolgsfaktor. Die Marke führt unter anderem Lederjacken für Preise von 1.500 US-Dollar. Doch auch junge Menschen seien bereit einen höheren Preis für bessere Qualität zu zahlen. Im Zusammenspiel mit der Exklusivität der Marke würde ein Kaufimpuls bei den Jugendlichen erzeugt werden.