T-Mobile US fusioniert mit Sprint

Die Deutsche Telekom versucht nun im dritten Anlauf, die US-amerikanische Tochter T-Mobile mit Sprint, einem der lokalen Wettbewerber, zusammenzuschließen. Am Sonntagabend teilt der Bonner Konzern mit, dass die Fusionsvereinbarung besiegelt wurde.

Bereits vor fünf Monaten fanden Gespräche zwischen der US-Telekom-Tochter T-Mobile und Sprint statt. Doch nun wird es doch zur Mega-Fusion kommen, denn T-Mobile und Sprint werden sich zusammenschließen.



Fusion im dritten Anlauf

Die Deutsche Telekom versucht nun im dritten Anlauf, die US-amerikanische Tochter T-Mobile mit Sprint, einem der lokalen Wettbewerber, zusammenzuschließen. Am Sonntagabend teilt der Bonner Konzern mit, dass die Fusionsvereinbarung besiegelt wurde. Im Rahmen der Übernahme wird Sprint, ein Tochterunternehmen des japanischen Softbank-Konzerns, für 26 Milliarden Dollar übernommen. Die Telekom ist heute zu 63 Prozent in T-Mobile beteiligt und wird nach der Übernahme einen Minderheitsanteil von 42 Prozent des daraus entstehenden Konzerns halten.

Softbank wird weitere 27 Prozent des neuen Konzerns halten, sodass 31 Prozent in den Streubesitz wandern. Für die Telekom gibt es jedoch einen Vorteil, denn die Vereinbarung mit Softbank sieht vor, dass die Telekom die Stimmrechte der T-Mobile-Aktien erhält. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird zudem vom Deutsche-Telekom-Vorstandsvorsitzenden Tim Höttges gestellt, während die operative Leitung des Konzerns beim bisherigen T-Mobile-CEO John Legere bleibt. Aufgrund der Stimmrechtsmehrheit sowie den festgelegten Regeln zur Unternehmensleitung darf die Telekom den neuen Konzern konsolidieren. Das bedeutet, dass die Umsätze und Ergebnisse in der Bilanz der Telekom ausgewiesen werden.



Das stärkste Mobilfunkunternehmen auf dem US-amerikanischen Markt

Der US-Mobilfunkmarkt wird nun unter drei starken Kräften aufgeteilt. Durch die Fusion von Sprint und T-Mobile wird die neue T-Mobile zudem zum schlagkräftigsten Anbieter der USA. Der neue Konzern wird einen Jahresumsatz von 76 Milliarden Dollar erwirtschaften und 127 Millionen Bestandskunden besitzen. Laut Höttges belaufen sich die erwarteten Netto-Einsparungen auf einen Barwert von 43 Milliarden Dollar. Dagegen stehen Integrationskosten von 15 Milliarden Dollar. Die Auswirkungen der Synergien sollen sich nach drei Jahren abzeichnen, sodass diese die Integrationskosten übersteigen werden. Laut der Telekom wird dieser Deal keine Auswirkung auf die Gewinnerwartung sowie die Dividendenzahlungen des aktuellen Jahres haben. Die Durchführung der Fusion ist laut den Aussagen der beiden Fusionspartner für das erste Halbjahr 2019 angesetzt.



Wettbewerb auf dem US-Markt

Die Fusionsversuche reichen bis in das Jahr 2014 zurück. Zum damaligen Zeitpunkt sollte die Kontrolle des neuen Unternehmens bei Softbank liegen. Allerdings scheiterte die Fusion aufgrund des Widerstands der US-Wettbewerbsbehören. Bereits 2011 schritten diese bei der geplanten T-Mobile-Übernahme durch AT&T ein. Damals war die Lage der US-Tochter eine andere. Im Jahr 2001 wurde sie für einen Wert von 40 Milliarden US-Dollar übernommen und galt für eine lange Zeit als das Sorgenkind der Telekom. Durch hohe Investitionen wurde das Tochterunternehmen zum schlagkräftigen Angreifer, sodass das Unternehmen Sprint vom dritten Platz der amerikanischen Mobilfunkanbieter ablösen konnte.