"Tariff-Man“ sorgt für Unruhe an der Börse

Der Optimismus bezüglich der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China nach dem G-20-Treffen hielt nur kurz an. Einen Tag nach dem Treffen twitterte Trump: Er sei ein Tariff-Man. Er werde Amerika gegen die große chinesische Exportwirtschaft mit allen Mitteln verteidigen - egal was es kostet! Natürlich sind hier weitere Strafzölle gegen chinesische Produkte gemeint.

Die langfristigen Zinssätze fielen so stark, dass sie einen Teil der Renditekurve umkehrten, was den Börsenpessimismus befeuerte und Bankaktien schädigte.
Der Dow Jones-Industriedurchschnitt fiel am Dienstag um 799 Punkte oder 3,1 Prozent und schloss bei 25.027. Der 500-Aktienindex von Standard & Poor’s fiel um 3,2 Prozent, und der techlastige Nasdaq gab 3,8 Prozent nach.

 

Was ist passiert?

Trump beharrt gegenüber Beratern darauf, dass Chinas Wirtschaft durch seine Handelsoffensive "America First" verletzt wird und dass Peking in einem langwierigen Handelskonflikt mehr zu verlieren hat als die Vereinigten Staaten. Der Abschwung an den US-Finanzmärkten sei nur vorübergehend.
In einer Reihe von Twitter-Beiträgen drohte der Präsident am Dienstag, weitere Einfuhrstrafen für chinesische Produkte zu verhängen, wenn China seine wirtschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nicht wesentlich ändert.
Am Dienstagabend sagte der Präsident zu dem Thema Folgendes und twitterte: "Wir werden entweder einen DEAL mit China haben oder es kommt keiner zu Stande. Dann werden wir Zölle gegen chinesische Produkte verhängen, die in die Vereinigten Staaten verschifft werden." Er fügte hinzu, dass er glaubt, dass die beiden Seiten einen Deal machen werden, weil "China keine Zölle will".
Die Tweets waren das komplette Gegenteil zu dem, was er den Reportern an Bord der Air Force One auf dem Rückweg von Buenos Aires sagte: Er und Xi hätten den Rahmen eines Abkommens ausgearbeitet, das in 90 Tagen in Kraft treten könnte.
Er sagte: "Es ist ein unglaublicher Deal. Dieser Deal wird als einer der größten in die Geschichte eingehen, die jemals gemacht wurden und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China grundlegend verändern."
Später sagte er, China habe sich verpflichtet, große Mengen landwirtschaftlicher Produkte in den USA zu kaufen und alle Zölle auf US-amerikanische Autos zu streichen. Chinesische Regierungssprecher bestätigten keine dieser Angaben.

 

Die Kommentare vom Präsidenten und seinen Top-Beratern aus den letzten 48 Stunden haben Chinas Verwirrung über den Verhandlungspartner nur noch verstärkt und ein Deal ist in weite Ferne gerückt.