Martin Stürner
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Tech-Aktien – ist die Party vorbei?

Erst der Datenskandal um Cambridge Analytica, dann die drohenden Kartellverfahren in den USA und nun eine geplante Digitalsteuer: Der Wind für Technologie-Aktien hat sich gedreht. Spätestens seit die G20-Finanzminister die großen Internetkonzerne ins Visier genommen haben und sich auf eine globale Mindestbesteuerung geeinigt haben, hat das Anlagethema Technologie in der Wahrnehmung vieler Anleger einen Kratzer bekommen.

Tatsächlich stellen sich Investoren die Frage, ob der vielfach diskutierte Digitale Wandel seinen Zenit überschritten hat.

Ich sage: nein. Wer diesen Schluss zieht, der irrt gewaltig. Die langfristigen Aussichten für den internationalen Technologiesektor sind unverändert sehr gut. Zum einen, weil die international führenden Technologieunternehmen fundamental starke Kennzahlen wie stabile Erträge und geringe Verschuldungsquoten aufweisen. Zum anderen, weil ausnahmslos alle Unternehmen weltweit von der Digitalisierung betroffen sind. Dies gilt auch für Branchen, die vordergründig nichts mit Digitalisierung zu tun haben. Ob Automobilzulieferer, Finanzdienstleister oder Healthcare: wer im Wettbewerb mit den Besten bestehen möchte, dem zwingt der disruptive Wandel die notwendigen strukturellen Veränderungen förmlich auf. Die Schlüsselworte sind Industrie 4.0, Big Data und das Internet der Dinge.

Martin Stürner, Fondsmanager des PEH Empire und Vorstandsvorsitzender der PEH Wertpapier AG


Dennoch mussten IT-Aktien in den letzten Wochen etwas von ihrer guten Performance abgeben. Das hat nicht nur mit den zunehmenden Regulierungsmaßnahmen zu tun, sondern hat vor allem in den ungelösten Handelskonflikten seinen Ursprung. Wieder einmal geht die Angst vor einer Verlangsamung des globalen Wachstums um. Ich rechne damit, dass die Volatilität in den nächsten Wochen an die Börsen zurückkehrt – und alle Branchen ergreift. Kurzfristig mag dies zu Kursverwerfungen führen, aber langfristig bleiben die Perspektiven für Technologieunternehmen hervorragend. Dies gilt nicht nur für die FAANG-Aktien. Der digitale Wandel hat noch viel Luft nach oben.

Erstveröffentlichung am 19. Juni 2019 auf peh.de.