Tesla-Aktie vom Handel ausgesetzt

Die Tesla-Aktie (WKN: A1CX3T, ISIN: US88160R1014) notierte am 08.08.18 vorbörslich (europäische Zeit) bei 379,56 Dollar. Damit hatte sie nach dem Musk-Tweet einen gewaltigen Sprung hingelegt, denn der Kurs hatte am 7. August vor seiner Äußerung bei rund 340 Dollar gelegen. Doch Musk zeigte sich großzügig und versprach ein Herauskaufen der Aktie für 420 Dollar - die Finanzierung sei kein Problem. Er bot den Aktionären an, ihre Papiere entweder zum Stückpreis von 420 Dollar zu verkaufen oder sie zu behalten. Letzteres ist sachlich und juristisch möglich, Aktien müssen nicht zwingend börslich gehandelt werden. Nach der Ankündigung von Musk schoss der Kurs des Papiers zeitweilig bis auf über 387 Dollar nach oben. Er hatte sich auch zuvor schon volatil gezeigt: Im letzten Jahr hatte die Schwankungsbreite zwischen rund 245 bis 360 Dollar gelegen. Die Kursschwankungen am 7. August nach den Tweets von Elon Musk waren der Technologie-Börse Nasdaq zu viel: Sie setzte die Aktie kurzfristig vom Handel aus. Derweil schrieb Elon Musk eine E-Mail an seine Mitarbeiter, von denen viele das Papier halten. Er bestätigte seine Planspiele, verwies aber darauf, dass er sich noch nicht endgültig entschieden habe.

 

Das Grundmotiv von Elon Musk

Börslich gehandelte Papiere sind an bestimmte Auflagen gebunden. Die wichtigste lautet: Das Unternehmen muss Quartalsberichte vorlegen. Das verleitet oder zwingt sogar börsennotierte Unternehmen dazu, das operative Geschäft im Fokus zu behalten, um von Quartal zu Quartal gute Zahlen vorlegen zu können. In strategischer Hinsicht kann das aber fatal sein, denn manche Entwicklungen - so die der sehr innovativen Tesla-Autos - brauchen einfach mehr Zeit. Darum geht es Elon Musk. Er möchte nach eigenen Worten ein Umfeld schaffen, in welchem das Unternehmen Tesla besser operieren kann. Dass der Aktienkurs so stark schwanke, lenke die Mitarbeiter zu sehr ab, so Musk in einem seiner Tweets am 7. August 2018. Die pflichtgemäße Veröffentlichung der Quartalszahlen bei einer Börsennotierung erzeuge “enormen Druck”. Er versuchte die Aktionäre durchaus zu motivieren, das Papier weiter zu halten. Wenn sie aber verkaufen wollten, könnten sie sich über einen schönen Preisaufschlag freuen.

 

Woher kam der Kurssprung nach den Musk-Tweets?

Dieser Kurssprung ist sehr leicht zu verstehen: Es geht um eine Differenz von rund 80 Dollar pro Aktie, die zu verdienen ist, wenn jemand vor den Musk-Tweets die Aktie besaß und sie in kürzester Zeit womöglich bei 420 Dollar verkaufen kann. Auf diesen Zug sprangen viele Investoren auf. Kurz vor dem Handelsstopp der Nasdaq hatte der Kurssprung nach oben schon 7,4 % betragen. Als der Handel am späten Nachmittag amerikanischer Ortszeit wieder zugelassen wurde, folgte ein weiteres Plus, gegenüber der ersten Musk-Ankündigung stieg der Kurs zeitweilig um insgesamt 12 %. Dahinter stand viel Geld unter anderem vom saudischen Staatsfonds PIF, der kräftig nachkaufte und inzwischen um 3 - 5 % der Unternehmensanteile halten soll. Spannend wird die Entwicklung in den nächsten Tagen. Schließlich ist noch gar nicht entschieden, ob Elon Musk tatsächlich die eigenen Aktien für 420 Dollar zurückkauft. Sollte er sich dagegen entscheiden, könnte der Kurs massiv einbrechen.