Trump schafft Fakten - Ausstieg aus dem Iranabkommen sorgt für steigende Ölpreise

Schon zum Wochenbeginn hatte der Barrelpreis die höchsten Werte seit 2014 erreicht. Nun zogen die Ölpreise wie erwartet noch einmal kräftig an: Trump hatte Fakten geschaffen und schwerste Sanktionen gegen den Iran angekündigt.

Zufluss von Irans Öl zum Weltmarkt geschwächt

Die größten Mengen iranischen Öls werden von China, Indien, Japan und Südkorea angekauft. Iran fördert täglich 3,8 Millionen Barrel und ist damit der drittwichtigste Ölexporteur der OPEC-Länder. Nur Saudi-Arabien und der Irak liefern noch höhere Mengen. Vertreter der Saudi- Arabischen Regierung kündigten bereits an, den Markt stützen zu wollen. Man wolle seinen Einfluss innerhalb der OPEC geltend zu machen, um das Wohl der Weltwirtschaft nicht zu gefährden.

Die Versorgungslage ist bereits kritisch, seitdem die OPEC die 2016 beschlossene Fördergrenze zu Beginn des Jahres 2017 bis ins Jahr 2018 verlängert hatte. Die Ölallianz reduzierte sein Marktangebot seither täglich um zwei Prozent, was etwa 1,8 Millionen Barrel Öl entspricht.

Dagegen steigt die tägliche Nachfrage nach Öl konstant und könnte laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur bald bei 99,3 Millionen Barrel täglich liegen. Das reduzierte Angebot, führt dazu, dass die Reserven in den Öllagern zur Neige gehen. Der Markt wird dauerhaft ein deutliches Defizit aufweisen und damit das Ölpreisniveau weiter stark anheben.

Fasspreis steigt

Nachdem sich im Krisenland Venezuela die Ölförderung auf 1,5 Millionen Barrel um die Hälfte reduzierte, könnten nun durch den Ausstieg aus dem Iranabkommen seitens der USA täglich eine weitere Million Barrel wegbrechen, befürchten Analysten. Die Preise für Öl würden dann um zehn Dollar pro Barrel oder mehr steigen.

Die Nordseesorte Brent, werde damit mindestens 90 Dollar kosten. Unmittelbar nach der Ankündigung Trumps war der Preis von Brent von 74,85 Dollar auf 76,70 Dollar gestiegen. Eine ähnliche hohe Preissteigerung verzeichnete auch die US-Sorte West Texas Intermediate.

Der steigende Preis hatte die deutschen Heizölkosten schon in den letzten drei Monaten um rund 10 Prozent in die Höhe getrieben. Auch die Spritpreise werden nun voraussichtlich weiter deutlich steigen. Lässt der Euro gegenüber dem Dollar nach, wird das die Preisspirale noch weiter anheizen.

Die Waffe Öl – USA im Rennen gegen Russland

Die steigenden Preise und die Entscheidung Trumps waren erwartet worden. Obwohl sich der Markt bereits auf die neue Situation vorbereitet hatte, bleibt nun offen, wie sich die Lage entwickelt. Die USA könnten in Zukunft zum international dominierenden Ölproduzenten aufsteigen. Mit einer Tagesmenge von 10,6 Millionen Barrel fördern die USA schon jetzt mehr als Saudi-Arabien. Die USA haben ihre Ölinfrastruktur stark ausgebaut und viele zusätzliche Fördertürme errichtet. US-Präsident Donald Trump hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt den Weiterbau an den umstrittenen Keystone- und Dakota-Access-Pipelines, deren Ausbau unter seinem Vorgänger gestoppt worden war, gegen den Widerspruch von Umweltverbänden genehmigt.

Noch ist Russland die weltgrößte Ölfördernation. Das Ölduell zwischen Russland und den USA muss Putin gewinnen, um seinen Staat weiter mit Devisen versorgen zu können. Er wird also seinen enormen Einfluss auf die OPEC-Staaten seinerseits nutzen, um den Ölpreis auf seinem hohen Niveau festzuschreiben.