Uber auf dem Weg an die Börse

Lyft bereitet in eiligem Tempo den Börsengang vor. Nun zieht auch der überlegene Rivale Uber nach und hat angeblich bereits die Unterlagen für den Start auf dem Wertpapiermarkt eingereicht. Zuvor muss der Mitfahrdienst jedoch das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen.

Der Fahrdienstvermittler Uber ist bereit für den Schritt an die Börse. Das teilten am Samstag unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters und die New York Times mit. Das Unternehmen soll schon am Donnerstag einen vertraulichen Antrag für eine Aktienplatzierung eingereicht haben, welcher eine der Grundvoraussetzungen für die Notierung an der Börse ist. Am selben Tag hat Konkurrent Lyft ebenfalls die Unterlagen für einen baldigen Börsengang final gemacht. Hierfür hat sich der 2012 gegründete Mitfahrdienst die Börsenexperten von JP Morgan Chase, Jefferies Financial und Credit Suisse ins Boot geholt.

Auch Yandex.Taxi, Russlands bekanntester Fahrdienstvermittler, will ab 2019 in Aktien investieren. Es ist anzunehmen, dass Uber mit seinen Vorbereitungen der Konkurrenz zuvorkommen möchte.

Während Lyft im März oder April des kommenden Jahres in den Wertpapiermarkt starten möchte, peilt Uber das erste Quartal 2019 als Starttermin an. Die Bewertung des Fahrdienstes soll laut New York Times im dreistelligen Milliardenbereich liegen. 

 

120 Milliarden US-Dollar Börsenwert

Uber musste alleine im dritten Quartal 2018 einen Verlust von einer Milliarde US-Dollar verzeichnen. Dem stehen allerdings Investoren- und Kreditgelder in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar gegenüber. Die Notierung an der Börse könnte sich auf 120 Milliarden US-Dollar belaufen, wie verschiedene Analysten vermuten. In der Vergangenheit stellten sich derartige Prognosen jedoch oft als ungenau heraus.
Zudem könnten neben Uber und Lyft im kommenden Jahr weitere Unternehmen aus der Technologie-Branche an die Börse gehen. Pläne existieren unter anderem von dem Kommunikationsdienst Slack und dem Unterkunftsvermittler Airbnb. Zum Vergleich: Airbnb ist rund 31 Milliarden, Slack mehr als fünf Milliarden US-Dollar wert. Konkurrent Lyft wird derzeit mit rund 18 bis 30 Milliarden US-Dollar notiert. 

 

Uber: Wachstum stagniert

Während der Börsengang den Unternehmenswert noch einmal erhöhen könnte, ist Uber aktuell darauf bedacht, den Verlust der vergangenen Monate ausgleichen. Uber-Chef Dara Khosrowshahi muss bestehende und potenzielle Investoren für sich gewinnen, die einem Gang an die Börse nach den roten Zahlen im dritten Quartal skeptisch gegenüber stehen.Das stagnierende Wachstum soll durch Investitionen in andere Bereich wie die Vermietung von Elektrofahrrädern und Rollern und die Lebensmittelzustellung wieder angekurbelt werden.
Eine offizielle Mitteilung zum Börsengang seitens Uber wird in den nächsten Tagen erwartet. Dann könnte es auch erste Informationen zu Datum und Konditionen des Börsengangs geben.