Uber: Wachstumsdelle im dritten Quartal

Das aus den USA stammende Start-up möchte im nächsten Jahr die Börsen erobern und Investoren auf diesem Weg für sich gewinnen. Dabei muss der Fahrdienstanbieter nun einen Rückschlag hinnehmen. Zu den hohen Verlusten, welche das Unternehmen noch immer einfährt, kommt zusätzlich ein sinkendes Wachstum. Zudem laufen in einigen Ländern Klagen gegen Uber und dessen Geschäftspraktiken. Entscheiden die dortigen Richter, dass Uber dort unzulässig agiert, verliert der Betrieb jede Menge Kunden.

Die Buchungszahlen von Uber stiegen nur gering an, weshalb der Wertzuwachs mit fünf Prozent vergleichsweise gering ausfiel. Dennoch beläuft sich der Gesamtwert derzeit auf annähernd 3 Milliarden Dollar. Analysten und Investoren sind enttäuscht, da die Steigerungen in den letzten Jahren deutlich stärker ausfielen. So lohnt sich ein Blick in den gleichen Vorjahreszeitraum. Hier betrug das Wachstum stattliche 38 Prozent. Zugleich steigen die Verluste deutlicher an. Ein Defizit von über einer Milliarde Dollar für den dritten Jahresabschnitt steht in den Büchern. Dieses kommt zu dem aus dem vorigen Quartal. Dort lag der Verlust bei über 890 Millionen Dollar. Das bedeutet, dass sich das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2009 noch nie in der Gewinnzone befand.


Die Gründe dafür sind vielfältig. So ist zu Einen die aggressive Investitionspolitik dafür verantwortlich. Der Konzern stieg zum Beispiel in den Essens-Lieferservice-Sektor ein. Auch der Erwerb von Elektro-Scootern und -Fahrrädern verschlang viel Kapital. Zusätzlich gibt es nun Frachtangebote von Uber, durch welche der Konzern seine Angebotspalette verbreiterte und damit neue Kundenkreise für sich gewinnen will. Diese mittel- bis langfristig angelegte Strategie verhindert kurzfristige Gewinne, doch soll dafür sorgen, dass sich in der Zukunft die Finanzlage verbessert. Dabei berücksichtigt Uber soziale und ökonomische Veränderungen in der Gesellschaft. Elektroantriebe sind derzeit sehr gefragt, da ein höheres Umweltbewusstsein der Bürger erkennbar ist.


Dennoch verstärkt sich der Druck auf den Konzern-Chef Dara Khosrowshahi. Es ist unerlässlich, dass der Betrieb vor seinem Börsenstart schwarze Zahlen präsentiert und damit beweist, dass es sich hier um ein lohnendes Investitionsobjekt mit einer zukunftsträchtigen Idee handelt, welches Kunden gern für sich nutzen.


Der Zeitpunkt des möglichen Börsengangs

Insider und Experten gehen davon aus, dass dieser Schritt schon in den ersten sechs Monaten des nächsten Jahres geschieht. Die Gesamtsituation im Geschäftsbereich ist dafür verantwortlich. Der Anbieter „Lyft“, der ein direkter Konkurrent ist, möchte ebenfalls auf das Börsenparkett. Daher ist es unerlässlich, dass man sich eine bessere Ausgangslage verschafft und seine Papiere zuerst anbietet.


Somit bleiben maximal zwei weitere Unternehmensveröffentlichungen, damit die Verantwortlichen Gewinne verkünden können. Damit das gelingt, gab es einige Wechsel in der Strategie. So verabschiedete sich Uber von problematischen und schwierigen Märkten. Mit Softbank befindet sich ein Großinvestor im Hintergrund, der seine Fachkenntnisse zur Verfügung stellt und hilft.


Außerdem legte Dara Khosrowshahi die Planung eines selbstfahrenden Lkws auf Eis, da dessen Entwicklung zu viel Geld verschlingt. Es bleibt jedoch fraglich, ob diese Maßnahmen ausreichend sind. Zusätzlich beraubt sich der Betrieb damit einiger Optionen und überlässt diese Felder der Konkurrenz.