Übernahme geplant: Vonovia will weiterwachsen

Vonovia will für 900 Millionen Euro das schwedische Immobilienunternehmen Victoria Park kaufen

Die DAX-gelistete Vonovia SE mit Sitz in Bochum plant eine weitere Akquisition. Nachdem die österreichische Buwog kaum in den Konzern integriert ist (Kaufpreis: 5,2 Mrd. EUR), soll nun die schwedische Immobilienfirma Victoria Park übernommen werden. 14.000 Wohnungen, verteilt auf die Städte Stockholm, Malmö und Göteborg, würden das Portfolio des umstrittenen Wohnungskonzerns nach Meinung des Vorstands hervorragend ergänzen.


900 Mio. EUR Kaufpreis

Kürzlich wurde eine Kapitalerhöhung vorgenommen: Für 38,30 EUR das Stück wurden 26 Millionen neue Aktien emittiert. Es kamen brutto 995,8 Mio. EUR zusammen. So kann Vonovia den Kauf größtenteils aus eigener Kraft bestreiten. Dennoch ist Medienberichten zufolge vorerst eine Kreditaufnahme für die Übernahme geplant.

Geboten werden den Aktionären von Victoria Park 38 Schwedische Kronen pro A-Aktie und 316 Kronen pro B-Aktie (Vorzugsaktie). Dies ist ein höheres Angebot als die US-Investmentgesellschaft Starwood Capital zum 1. April 2018 vorgelegt hat. Aus diesem Grund empfiehlt auch das VP-Management sowie ein unabhängiger Übernahmeausschuss den Aktionären der Victoria Park AB, das Angebot anzunehmen. Am 25. Mai beginnt die Angebotsperiode, am 28. Juni endet sie. Falls mindestens 50 Prozent der Stimmrechte eingesammelt werden können, steht das Settlement voraussichtlich am 28. Juni an.


Hungrig nach Wohnungen

Angesichts der angespannten Wohnungssituationen in fast allen europäischen Großstädten, kann es mit den Mietpreisen nur steil nach oben gehen. Je größer die Vonovia wird, desto mehr Skaleneffekte kann sie dabei mitnehmen. Das sehen auch die Anteilsinhaber (größtenteils Streubesitz) so und halten dem Anteilsschein weiter die Treue, der Kurs schnellt unaufhörlich nach oben. Mit einem 12-prozentigen Sprung des operativen Ergebnisses auf 243,6 Mio. EUR im ersten Quartal 2018 konnte Vonovia den Vertrauensvorschuss erfüllen.

Weniger schön: Der Konzern, der ehemals Deutsche Annington hieß, schreibt seit Jahren Negativschlagzeilen, wenn es um Mieterrechte geht. So wird der Vonovia beispielsweise vorgeworfen, Sanierungen zu verschleppen, zu starke Mieterhöhungen zu veranlassen und unangemessen hohe Neuvermietungspreise zu verlangen.