Übernahmeangebot für VTG

Die bekannte US-Großbank Morgan Stanley kauft über eine Tochtergesellschaft der Investmentgesellschaft die Mehrheit des SDax-Unternehmens VTG. Im Rahmen der Übernahme erhalten Aktionäre 53 Euro je Anteilsschein. Diese Nachricht sorgte am Montag für kräftige Kursanstiege.

Aufgrund der Meldungen, dass ein Großteil der VTG-Aktien durch eine Morgan-Stanley-Tochter übernommen werden, ging es am Montag um 16 Prozent nach oben. Lag der Schlusskurs zum Freitag noch bei 48,15 Euro je Anteilsschein, so sorgte das Übernahmeangebot für einen rasanten Anstieg. Durch den Kaufpreis von 53 Euro je Aktie orientierte sich der gesamte Kurs an diesem Niveau. 

 

Großinvestor Kühne wird das Aktienpaket verkaufen 

Laut den aktuellen Nachrichten wird die Übernahme von der Warwick Holding GmbH angestrebt. Hierbei handelt es sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft jener Fonds, die durch Morgan Stanley Infrastructure beraten werden. Im Rahmen der aktuellen Übernahme avisiert das Unternehmen eine 49-prozentige Beteiligung. Um den Deal möglichst schnell voranzutreiben, hat Warwick ein öffentliches Angebot für sämtliche ausstehenden Aktien der VTG AG gemacht. Laut der Unternehmensführung fällt dieses Angebot jedoch zu gering aus, sodass eine Nachbesserung gefordert wird. 

Kurze Zeit vor der Veröffentlichung des Angebots übernahm die Warwick Holding rund 20 Prozent der VTG-Anteile. Dieses Aktienpaket wurde vom bisherigen Großinvestor Kühne Holding abgekauft. Im Rahmen dieses Kaufes sollen ebenfalls 53 Euro pro Aktie bezahlt worden sein. Für Klaus-Michael Kühne, dem Besitzer der Kühne Holding, bedeutet der Verkauf der Unternehmensanteile die Realisierung eines 300 Millionen Euro Erlöses. Für die Warwick Holding und Morgan Stanley Infrastructure bedeutet dieser Deal eine Aufstockung des bisherigen Aktienpakets. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres investierte das Unternehmen in VTG. Zum damaligen Zeitpunkt wurde eine 29-prozentige Beteiligung erworben. Nun steht vor allem die Unterstützung der Wachstumsinitiativen im Vordergrund, wobei Experten dieser Aussage eher skeptisch gegenüber stehen. 

 

Veröffentlichte Quartalszahlen machen Mut für weiteres Wachstum 

Vor allem die Zahlen des ersten Quartals, welche im Mai veröffentlicht wurden, waren ermutigend für das Schienenlogistik-Unternehmen. Demnach konnte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent zulegen, sodass 255,1 Millionen Euro umgesetzt wurden. Zudem konnte auch das Ebitda ein Wachstum von 16,1 Prozent realisieren, sodass schlussendlich 88,9 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. Nach dem Abzug von Steuern, Zinsen und Abschreibungen blieb ein Gewinn von 16,6 Millionen Euro über. 

Das SDax-Unternehmen wurde im Jahr 2005 von Wilbur Ross aufgekauft. Zuvor war VTG ein Bestandteil der TUI AG. Schlussendlich wurde das Unternehmen im Jahr 2007 an der Börse platziert. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über einen Eisenbahn-Güterwagen-Bestand von rund 80.000 Stück. Diese werden an Unternehmen der Chemie-, Agrar- und Mineralölindustrie vermietet. Doch auch die Abwicklung von Schienentransporten gehört in das Dienstleistungsportfolio des Unternehmens. Noch im Juni konnte das Unternehmen einen Aktienkurs von 56 Euro aufweisen. Hierbei handelte es sich um das bisherige Hoch. Anschließend sanken die Anteilsscheine auf 48 Euro ab, sodass das Übernahmeangebot von 53 Euro für viele Investoren eine attraktive Verkaufsgelegenheit darstellt.