Übernimmt Uber Deliveroo?

Zuletzt wurde der Wert des Unternehmens mit Sitz in London auf etwa zwei Milliarden Dollar geschätzt. Für den deutschen Markt hatte Deliveroo angekündigt vorwiegend in großen Städten wie Berlin, München, Frankfurt, Köln oder Hamburg investieren zu wollen, wo eine schnelle Expansion möglich sei und dafür seine Dienste in kleineren Städten wie Dresden oder Stuttgart einzustellen.

 

Uber-CEO Khosrowshah mit ehrgeizigen Plänen

Die Kurse konkurrierender Essenslieferanten ließen in Reaktion auf die mögliche Übernahme von Deliveroo durch Uber nach. Der niederländische Mutterkonzern von Lieferando, pizza.de, Lieferheld und Foodora Takeaway verlor an seinen Delivery Hero-Aktien am Freitag bis zu 2,8 %. Der Wert von Just Eat-Aktien sank an der Londoner Börse um 7,7 Prozent und erreichte mit 653,8 Pence den tiefsten Stand im Verlauf der letzten zwölf Monate.

Betreffend der Unternehmenssparte UberEATS hatte Uber-Chef Dara Khosrowshah schon Anfang 2018 von einer „regelrechten Explosion“ gesprochen und angekündigt, im Bereich der Essenslieferungen in Kürze weltweit marktführend sein zu wollen.

Mit einer Übernahme des britischen Konkurrenten Deliveroo macht Uber mit der Realisierung dieser Pläne jetzt ernst. Allerdings dürfte es noch ein weiter Weg sein, bis Uber die starke Konkurrenz durch Amazon oder Walmart wirklich überholen kann.

In Deutschland war Uber bislang nicht tätig. In 200 europäischen und außereuropäischen Städten haben Partnerrestaurants ihre Speisekarten bereits mit einer von UberEATS bereitgestellten App vernetzt und lassen durch Uber-Fahrer ihre Speisen ausliefern. Uber verspricht seinen Kunden Lieferzeiten von maximal 15 Minuten. Der Lieferstatus des bestellten Essens kann mittels GPS-Signalübertragung während des Zustellungsprozesses verfolgt werden.

 

Online Food Delivery Branche wächst

2018 wurden im gesamten Online Food Delivery-Segment rund 87.144 Millionen Euro Umsatz erzielt, davon 1.808 Millionen Euro in Deutschland. Die Zahl der Food-Delivery-Nutzer wird laut Prognosen in Zukunft weiter deutlich steigen und soll sich bis 2021 auf voraussichtlich 23,99 Millionen verdreifachen, wobei auch das erwartete Marktvolumen auf 132.801 Millionen Euro wächst.