Unilever sagt Influencern den Kampf an

Immer mehr Unternehmen setzen auf eine Zusammenarbeit mit Influencern, sodass die Reichweite erhöht werden kann. Einen anderen Weg wird nun Unilever gehen. Der Marketingchef, Keith Weed, teilt nun mit, dass eine Kooperation mit Influencern, die Abonnenten kaufen, nicht mehr im Interesse des Unternehmens ist. Dieses Vorgehen solle einen Vertrauensbonus bei den Kunden generieren.

Influencer werden stärker selektiert 

Unilever gehört zu den größten britischen Konzernen und ist zudem einer der größten Konsumgüterproduzenten der Welt. Das Marketingbudget des Konzerns beläuft sich auf rund sieben Milliarden Euro pro Jahr. Bisher war das Unternehmen ein Sympathisant von Influencer-Marketing. Bei einem Influencer handelt es sich um eine Person, die besonders viele Abonnenten auf einem sozialen Netzwerk vorweisen kann. Diese werben wiederrum auf diesem Netzwerk für die Produkte des Konzerns. Marken wie Axe, Ben & Jerry´s oder Magnum werden demnach von den Influencern beworben. Im Gegenzug erhalten die Influencer eine Vergütung von den Konzernen. Dabei gilt zudem, dass eine höhere Anzahl von Followern auch mit einer höheren Vergütung einhergeht.

Laut den Aussagen von Unilever ist diese Regelung allerdings nicht immer sinnvoll, denn es gibt durchaus viele Influencer, die Abonnenten kaufen. Demnach ist das Erwerben von Influencern vergleichsweise einfach, da es am Markt mehrere Firmen gibt, welche die benötigten Follower in Paketen anbieten. Das Problem dieses Vorgehen ist, dass die entsprechenden Accounts nicht zu realen Personen gehören. Es handelt sich um Fake-Accounts. Ein bekannter Anbieter mit falschen Followern ist das US-amerikanische Unternehmen Devumi.


Kampf gegen Kauf von Follower 

Nun hat der Unilever-Marketingvorstand bekannt gegeben, dass das Unternehmen aktiv gegen diese Praxis vorgehen wird. Insbesondere die Angst vor einem Vertrauensverlust der Kunden soll ein Auslöser für die Selektion der Influencer sein. Laut Keith Weed könnten falsche Influencer mit Fake-Followern den Ruf des Unternehmens beschädigen. Demnach wird sich der Konzern nun für Authentizität und Vertrauen im Rahmen des Influencer-Marketings einsetzen. 

Um diesen strategischen Ansatz umzusetzen, hat der Konzern drei Maßnahmen entwickelt. Demnach werden Influencer, welche gekaufte Follower besitzen, in Zukunft nicht mehr im Rahmen des Marketings herangezogen. Das Unternehmen möchte sich von gekauften Abonnenten distanzieren und beim Social-Media-Marketing nicht mit diesen in Verbindung gebracht werden. Zudem wird das Unternehmen primär auf Plattformen werben, welche sich für Transparenz und gegen unlautere Praktiken einsetzen. Vor allem Plattformen, welche einen Schutz von Kindern unterlassen und für eine Spaltung der Gesellschaft sorgen, werden nicht mehr für Werbemaßnahmen genutzt.

Auch wenn die Beweggründe Keiths korrekt sind, würde dieses Vorgehen wohl für einen Rückzug des Unternehmens aus dem Influencer-Marketing sorgen, denn es gibt aktuell keine Plattform, für welche keine Fake-Follower gekauft werden können. Wie die New York Times berichtet, sollen auf Facebook rund 60 Millionen Fake-Profile existieren. Auch Twitter verfüge über 48 Millionen Fake-Profile.