Unternehmen erfolgreicher machen: Bessere Renditen für Anleger

Buyout-Fonds waren laut unabhängigen Studien in den vergangenen 30 Jahren die renditestärkste Anlageklasse überhaupt. Übermäßig teuer müssen sie dennoch nicht sein.

Private Equity-Investments in Form von Fonds haben sich zu einem echten Renner für langfristig orientierte private und professionelle Anleger entwickelt. Großinvestoren wie Versicherungen, Stiftungen und Family Offices investieren zum Teil viele Milliarden Euro in Private Equity. Ein Beispiel ist der Stiftungsfonds der amerikanischen Universität Yale, der als Pionier in dieser Anlageklasse gilt. Der Fokus dabei liegt auf sogenannten Buyout-Fonds. Deren Manager akquirieren reifere Unternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen. Buyout-Fonds verfügen über ein durchschnittliches Volumen von 1,4 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zu rund 400 Millionen US-Dollar in den 1980er-Jahren.

Warum ist das so? Ganz einfach: Buyout-Fonds waren laut unabhängigen Studien in den vergangenen 30 Jahren die renditestärkste Anlageklasse überhaupt. Zwischen 1984 und 2008 übertrafen sie den amerikanischen Aktienindex S&P 500 im Durchschnitt um drei Prozent pro Jahr. In den kommenden Jahren ist mit ähnlichen Erträgen zu rechnen, und Experten weisen bei Private Equity-Investments auf eine durchschnittliche Rendite von drei bis fünf Prozent über dem Aktienmarkt-Durchschnitt, nach Kosten, hin.

 

Wirksame Portfoliodiversifikation

Hinzu kommt: Private Equity-Investments weisen keinen direkten Zusammenhang mit dem Aktienmarkt auf. Private Equity ist eine Langfristanlage in Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind und für die es deshalb auch keine täglichen Marktpreise gibt. So betont beispielsweise die renommierte Bethmann Bank, dass Private Equity-Anlagen „ihre Anteilseigner aufgrund der fehlenden Börsennotierung nicht mit erheblichen und oftmals psychologisch bedingten Kursschwankungen“ belasteten: „Denn die Bewertung eines durch Private Equity finanzierten Unternehmens erfolgt vorwiegend auf Basis des objektiven Unternehmenswerts und wirtschaftlicher Fundamentaldaten. Daher trugen Private-Equity-Anlagen in anspruchsvollen und volatilen Marktphasen dazu bei, das Gesamtvermögen der Anleger zu stabilisieren – losgelöst von den Ausschlägen an den öffentlichen Kapitalmärkten.“ Daher könne Private Equity aufgrund der geringen Abhängigkeit von der Wertentwicklung traditioneller Anlageklassen und der höheren Renditechance zu einer wirksamen Portfoliodiversifikation führen, heißt es bei der Privatbank. „Die Beimischung von Private Equity hilft, das Rendite-Risiko-Profil des Gesamtportfolios zu verbessern.“

 

Wertsteigerungen entstehen durch neue Ideen

Die Renditen bei Private Equity-Fonds werden für die Anleger vorrangig durch Unternehmensverkäufe erzielt. Will heißen, dass die Private Equity-Manager in der Regel Mehrheitsbeteiligungen erwerben, die ihnen Einfluss auf das Unternehmen verschaffen, mit Eingriffen in das operative Geschäft versuchen, den Unternehmenswert zu erhöhen, und schließlich nach ein paar Jahren das Unternehmen zu einem höheren Preis verkaufen, als sie selbst bezahlt haben. Die Wertsteigerungen entstehen durch neue Ideen, die zu Umsatzsteigerungen führen, mit Verbesserungen der Anreizsysteme für das Management, mit strategischen Akquisitionen, Managementwechseln und Kostensenkungs-Programmen. Daher liegt der Fokus von Private-Equity-Managern darauf, sich sehr stark in die Unternehmen einzubringen.

Jetzt sind Eingriffe in das operative Geschäft natürlich nicht über Nacht umzusetzen. Daher laufen Beteiligungen in Fonds meistens zwischen zehn und zwölf Jahren, und Fondsanteile können nicht wie bei Aktienfonds jederzeit ge- und verkauft werden. Die Investitionsphase von Private Equity-Fonds dauert in der Regel vier bis fünf Jahre. In dieser Zeit erhalten die Anleger meist keine Netto-Rendite. Üblicherweise wird ab dem fünften Jahr Kapital aus Unternehmensverkäufen Jahr für Jahr bis zum Ende der Laufzeit an die Anleger ausgezahlt.

 

Niedrige Gebühren: vorteilhaftere Wertentwicklung

Private Equity gilt als eine vergleichsweise teure Anlageklasse. Es fallen laufende Verwaltungskosten in der Investitionsphase, in der Regel 1,5 bis zwei Prozent pro Jahr, an. Dazu kommt eine Gewinnbeteiligung von 20 Prozent auf alle Erträge, die über einer Schwelle von meistens acht Prozent liegen. Zudem können sogenannte Transaktionskosten, Überwachungskosten und andere Gebühren anfallen. Studien zufolge summieren sich die Gesamtkosten auf Zielfondsebene im Schnitt auf rund sechs Prozent pro Jahr.