US-Beschluss: Fusion von Linde und Praxair unter Auflagen

Endlich dürfen sich die Anleger über den erfolgreichen Abschluss des Geschäfts freuen. Die beiden Unternehmen waren sich schon längst handelseinig, doch die Kontrollbehörde der USA hatte noch Einwände, da auf diese Weise der größte Industriegase-Betrieb der Welt entsteht und damit eine marktbeherrschende Position einnimmt. Doch am Montag kam das lange ersehnte Einverständnis der Regulierungsinstanz. Somit kann der Deal, der 75 Milliarden Euro umfasst, endlich abgewickelt werden und ist anschließend auch rechtskräftig.
Doch es gibt Vorgaben, an die sich beide Konzerne halten müssen. Damit ein weiterer Wettbewerb sichergestellt ist, müssen die Firmen Teile der Unternehmen die sich auf das Gesundheitswesen und die Industrie konzentrieren veräußern. So können Konkurrenten weiterhin auf diesem Gebiet tätig sein und der Wettbewerb bleibt gewahrt, was für Kunden ein großer Vorteil ist. Sie können daher Angebote vergleichen und sich für den günstigsten Anbieter entscheiden. Sie sind somit nicht einer Preiswillkür durch nur eine Firma ausgesetzt.
 

Die Bedeutung dieser Entscheidung

Nun können beide Seiten Vollzug melden, was sich selbstverständlich auf die Aktienkurse auswirkt. Da es sich um positive Neuigkeiten handelt, kam es an den Finanzmärkten zu Zuwächsen. Das Projekt, das die Betriebe seit Jahren verfolgen, steht nun vor dem Abschluss. Es ergeben sich daraus neue Chancen, da nun ein Unternehmen entstanden ist, das über gewaltige Ressourcen und jede Menge Finanzkraft verfügt. Es gab viele Widerstände, welche die Verantwortlichen von Linde überwinden mussten. Dieser Vorgang kostete viel Kraft und Kapital. Doch mit der neuen Verbindung haben die Verantwortlichen zusätzlich ein Zeichen gesetzt. Sie sind ausdauernd, hartnäckig und behalten das Ziel immer in Augen. Ein Schritt in die Zukunft und damit zur Sicherung von Arbeitsplätzen ist getan. Kunden dürfen sich über neue Optionen freuen, da durch die Zusammenlegung es zu einer Optimierung der innerbetrieblichen Prozesse kommt, beide Unternehmen ihre Stärken einbringen. Somit können beispielsweise die Bezugskosten für Produkte sinken, ohne dass sich die Gewinnspanne für die Betriebe reduziert. Dadurch steigt die Attraktivität, weshalb sich mehr Kunden für den nun geschaffenen Konzern und seine Leistungen interessieren. Die Aktionäre profitieren davon ebenfalls, da es zur Ansprache von neuen Kundenkreisen kommt und eine Erschließung von frischen Märkten möglich ist, weshalb die Bilanzen besser ausfallen. Die Aussicht auf steigende Kurse und verbesserte Dividenden stellen für Investoren und Anteilseigner neue Reize dar.



Kritik, die es gibt

Die Gewerkschaften bringen Gegenargumente vor. Die Verantwortlichen versprachen den Anlegern eine Kostenoptimierung. Diese muss das Personal tragen, wenn man der Arbeitnehmerorganisation glauben darf. So führt diese ins Feld, dass es zu einem deutlich höheren Stellenabbau kommt, als es noch vor einiger Zeit hieß. Auch sind die Gewerkschafter der Ansicht, dass sich die Entscheidung insgesamt nicht lohnt. Weder Arbeitnehmer noch die Anteilseigner dürfen sich, nach deren Meinung, über Vorteile freuen.
Die deutschen Angestellten von Linde hatten zu Protesten und Kundgebungen aufgerufen, da die neue Konzernzentrale ihren Sitz in Irland haben soll. Das bedeutet gleichzeitig für die Bediensteten, dass nicht mehr die deutschen Mitbestimmungsrechte gelten, sondern die des neuen Standorts. Diese fallen deutlich schlechter aus, weshalb die Belegschaft befürchtet, dass sie an Einfluss verlieren wird und sich ihre Arbeitsbedingungen nachteilig verändern.
Zusätzlich stand Linde enorm unter Druck. Hierfür war das deutsche Aktionärsrecht verantwortlich. Eine Frist, die am Mittwoch abgelaufen wäre, musste eingehalten werden. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Wertscheininhaber informiert sein, ob das Geschäft gelingt, oder es doch noch scheitert. Daher sind Befürchtungen im Umlauf, dass es nun zu Unsauberkeiten beim Abschluss gekommen ist, welche sich auf das zukünftige Geschäft auswirken.