US-Produkte von Apple, Starbucks & Co könnten unter Handelskrieg leiden

Für amerikanische Unternehmen ist der drohende Handelskrieg zwischen China und den USA ein Risiko. Dabei beteuert das Land, dass ein Handelskrieg zwingend vermieden werden muss. Dennoch ist das Land für einen möglichen Konflikt gewappnet und wird laut Experten kein US-Produkt verschonen, wenn es zum gefürchteten Handelskrieg kommen sollte.

Wer aktuell einen Blick auf einen der beliebten Apple Store in Peking wirft, der sieht lange Schlangen und wartende Kunden, die trotz hoher Temperaturen ein Apple-Gerät kaufen möchten. Beeindruckender wird dieses Bild, wenn bedacht wird, dass es fünf dieser Apple Stores in der chinesischen Hauptstadt gibt. Insbesondere der drohende Handelskonflikt treibt die Kunden in die Geschäfte. Aktuell kostet das begehrte iPhone X rund 1.100 Euro auf dem chinesischen Markt und könnte in Zukunft sogar noch teurer werden. Viele Konsumenten fürchten, dass ein Kauf des Geräts somit in Zukunft nicht mehr tragbar ist.

Dennoch sind zum aktuellen Zeitpunkt keine Auswirkungen, welche der Handelskrieg zwischen den beiden Volkswirtschaften fördern könnte, spürbar. So finden sich in der gesamten Stadt die Geschäfte von bekannten Marken wie Holister, Starbucks, Apple oder Levi’s wieder. Allerdings kann sich diese Situation vergleichsweise schnell verändern, denn US-Präsident Donald Trump ordnete zuletzt bereits Einfuhrzölle auf chinesische Produkte an. Die Erhöhung dieser Strafzölle beläuft sich auf rund 50 Milliarden Dollar und soll in zwei verschiedenen Stufen stattfinden. Durch die Strafzölle soll der chinesische Handelsüberschuss von rund 60 Milliarden, welcher gegenüber der USA besteht, gesenkt werden. Doch auch China droht mit Vergeltungszöllen, welche im ersten Schritt landwirtschaftliche Erzeugnisse betreffen sollen. Diese Zölle hatten auf die Konsumindustrie der Länder bisher keine negativen Auswirkungen.


Trump forciert weitere Strafzölle

Jüngst kündigte der US-Präsident weitere Strafzölle im Wert von 200 Milliarden Dollar an, wenn die chinesische Regierung die angekündigten Zölle erheben würde. Diese Zölle sollen insbesondere auf Textilien, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgegenstände erhoben werden. Für den bisherigen Konflikt würden diese Schritte die bisher drastischste Maßnahme darstellen. Die angekündigten Maßnahmen der Chinesen haben jedoch keine sonderlich große Auswirkung auf die Exporte der USA, denn nur wenige Importgüter werden aus den USA bezogen.

Doch laut einer Ökonomin des Pekinger Forschungsinstituts Gavekal Dragonomics ist China erfahren in der Wirtschaftskriegsführung. So könne die Regierung auf einen mehrjährigen Erfahrungsschatz zurückblicken, um formelle und informelle Sanktionen auszuführen. So könnten beispielsweise die Geschäfte von amerikanischen Firmen innerhalb Chinas erschwert werden. Demnach wäre jedes US-Produkt, welches innerhalb Chinas verkauft wird, von den Sanktionen betroffen. Zudem wären sämtliche Unternehmen, die in China investieren von diesen Maßnahmen betroffen.

Laut den Aussagen des chinesischen Handelsministers steht das Vermeiden eines solchen Krieges im Vordergrund. Allerdings würde das Land entsprechende Gegenmaßnahmen etablieren, sobald die USA weitere Strafzölle etabliert. Ein Blick in die jüngste Vergangenheit des Landes zeigt, dass China Erfahrung bei der Bewältigung politischer Krisen besitzt. So reichten im Jahr 2012 einige antijapanische Demonstrationen im Land, um den Streit über verlassene Inseln im Ostchinesischen Meer zu beenden. Im Umkehrschluss brannten im Landesinneren Fahrzeuge japanischer Hersteller. Im Endeffekt mussten japanische Hersteller die Zweifel bei den Kunden eliminieren. In Zukunft könnten vor allem die amerikanischen Unternehmen unter den Maßnahmen der Regierung leiden und die Umsätze auf dem größten Weltmarkt einschränken. Des Weiteren gilt China als der größte Gläubiger der USA und besitzt zahlreiche US-Staatsanleihen. Demnach hält China Staatsanleihen im Wert einer Billion Dollar. Mit einem massiven Verkauf könnten die Chinesen den Wertverfall des Dollars ankurbeln, würden sich dabei jedoch selber schaden.