USA untersucht Manipulationen im Bitcoin-Handel

Das US-Ministerium hat strafrechtliche Ermittlungen gegen unbekannte Krypto-Händler eingeleitet. Vornehmlich geht es dabei um Bitcoin. Die Händler sollen die Preise der Digitalwährungen manipuliert haben.

Illegales Spoofing und Washing

Manch einem mag der Kurs der Bitcoin suspekt erscheinen. Die Schwankungen, die plötzlichen Verluste und gleich darauffolgenden Kursanstiege können nicht immer mit rechten Dinge zugehen. So jedenfalls denkt das US-Justizministerium und leitet deshalb Untersuchungen gegen Unbekannte ein. Dabei geht es in erster Linie um Bitcoin, aber auch andere Altcoins könnten von den Manipulationen betroffen sein. Die Ermittlungen sollen sich auf illegale Praktiken beim Bitcoin-Trading beziehen, genauer auf das Spoofing und das Washing.

Spoofing beschreibt das Vortäuschen eines großen Handelsaufkommens. Dabei werden große Aufträge aufgegeben und somit wird der Preis nach oben manipuliert. Bevor es zu irgendwelchen Verkäufen kommen kann, wird der Auftrag wieder storniert. Beim Washing handelt der Trader hingegen mit sich selbst, was wiederum eine Manipulation von Angebot und Nachfrage darstellt. Um den möglichen Machenschaften auf den Grund zu gehen, arbeitet das US-Justizministerium mit der Commodity Futures Commission (CFTC) zusammen. Bis jetzt haben sich beide aber noch nicht zu den Untersuchungen geäußert. Sollten das Ministerium und die CFTC es jedoch schaffen, den Tradern Manipulation vorweisen zu können, könnte das weitere Regulierungen bedeuten.

Offene Manipulationen im Netz

Besonders bei Bitcoin könnten Manipulationen weitreichende Folgen haben. Die Kryptowährung verfügt über eine Leitfunktion. Steigt sie, wirkt sich das zumeist positiv auf die Altcoins aus. Abgesehen davon sollen Schätzungen zufolge 1.000 Investoren insgesamt 40 Prozent aller Bitcoins halten. Ihre Entscheidungen könnten den gesamten Markt beeinflussen. Mittlerweile werden nach dem Branchendienst eToro täglich Transaktionen im Wert von 5 Milliarden Dollar ausgeführt.

Dabei sind Betrügereien im Netz schon länger bekannt. Gerade auf Telegramm tauchen immer wieder Chat-Gruppen auf, in denen sich die Mitglieder koordinieren, um sogenannte Pumps & Dumps durchzuführen. Bevorzugtes Ziel sind hierbei relativ unbekannte Altcoins, deren Preise in kürzester Zeit in die Höhe getrieben werden, nur um sie daraufhin gewinnbringend zu kaufen.


Mehr Regulierung

Dabei reihen sich diese von Bloomberg berichteten Geschehnisse in eine Reihe von mehreren schlechten Nachrichten für die Kryptowährungen ein. In der Vergangenheit hatte die US-Börsenaufsicht SEC einige ICOs verboten. Zwar werden die ICOs oftmals mit dem Börsengang verglichen, jedoch handelt es sich hierbei nicht um Aktien, weswegen dieser Markt kaum reguliert ist. Deswegen kommt es auch öfter zu Betrug. Dabei bleibt der Ruf nach mehr Regulierungen innerhalb der Krypto-Branche nicht ungehört. Die Handelsplattform Gemini schickt andere Börsen an, gemeinsame Standards zu entwickeln. In Japan und den Philippinen wird bereits stärker reguliert und China schreckt nicht davor zurück, ganze Börsen zu schließen.