Value Investing #2: Profitable Value bietet Outperformance und Stabilität

Eine aktuelle empirische Studie belegt die Überlegenheit eines modifizierten Value-Ansatzes, die sogenannte „Profitable Value-Strategie" (PV). Und das in gleich zweifacher Hinsicht.

Seit der Finanzkrise ist es vorbei mit den herausragenden Überrenditen, auf die sich Value-Anleger zuvor viele Jahrzehnte lang verlassen konnten. Der Grund: Klassische Value-Strategien berücksichtigen hauptsächlich Kriterien wie KBV und KGV, was dazu führt, dass strukturschwache Sektoren wie Finanz- oder Rohstoffwerte automatisch übergewichtet und innovative Unternehmen aus wachsenden Branchen vernachlässigt werden.

StarCapital hat jetzt anhand einer empirischen Studie ermittelt, welche Selektionskriterien heute herangezogen werden müssen, um mit Value auch 2021 noch Outperformance erzielen zu können. Die Kombination von Ertragsqualität und Bewertungsniveau erwies sich dabei am robustesten.

Der weiterentwickelte Value-Ansatz, die sogenannte „Profitable Value-Strategie“ erzielte im Backtest im Zeitraum von 1986 bis Ende 2020 einen Zuwachs von knapp 5.700 %. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 12,7 % in den letzten 34 Jahren. In dem gleichen Zeitraum konnte die Benchmark um insgesamt ca. 1.990 % bzw. 9,4 % jedes Jahr steigen. Entsprechend wurde mit der Profitable Value-Strategie eine jährliche Outperformance von 3,3 % erzielt. Entgegen anderen klassischen Value-Strategien beruht diese Outperformance nicht ausschließlich auf der Wertentwicklung bis Ende 2009, sondern auch auf der Wertentwicklung in den letzten 10 Jahren.

Abbildung 1: Wertentwicklung der Profitable Value-Strategie

Hoher PV-Score bringt Stabilität

Unternehmen mit einem hohen PV-Faktorscore erzielten nicht nur eine Outperformance bei im Vergleich geringeren Rückschlägen, sie erweisen sich zudem auch als stabiler. Das heißt, je höher der Score, desto größer ist statistisch die Outperformance und desto geringer sind die Rückschläge.

Abbildung 2: Rendite und Drawdown des Profitable Value Scores

Schneller Erholung nach Rückschlägen

Auch nach den größten Drawdowns ist die Strategie in der Lage, die Verluste deutlich schneller wieder aufzuholen: Nach Rückschlägen konnten sich die Profitable Value-Unternehmen innerhalb von 13 Monaten erholen und neue Höchststände erreichen, während die Benchmark aus einem breiten weltweiten Aktienportfolio mit 22 Monaten fast doppelt so lange benötigte.

Die Outperformance wird dabei nicht auf Kosten einer höheren Volatilität erzielt, denn die Sharpe Ratio, welche die Rendite ins Verhältnis zum Risiko (Volatilität) setzt, bescheinigt ebenfalls die Überlegenheit der Titelselektion (0,72 vs. 0,53).

Tabelle 3: Rendite- und Risikokennzahlen


Lesen Sie auch:

Value Investing #1: Warum KBV und KGV als Bewertungskriterium nicht mehr ausreichen