Verlässt Firmengründer Howard Schultz Starbucks, um US-Präsident zu werden?

Präsidentschaftskandidatur nicht ausgeschlossen

Der Rücktritt von Schultz wurde für den 26. Juni angekündigt. Nun wird spekuliert, ob der Starbucks-Chef womöglich eine US-Präsidentschaftskandidatur anstrebt. Bei der letzten Präsidentschaftswahl hatte Schultz eine Kandidatur noch abgelehnt und stattdessen im Wahlkampf öffentlich Hillary Clinton unterstützt.

Der New York Times erklärte Schultz auf Nachfrage zu seinen persönlichen Plänen für die Zukunft, dass er über verschiedene Möglichkeiten nachdenken wolle. Das beinhalte auch die Option, ein öffentliches Amt zu übernehmen. Noch sei er aber weit davon entfernt, eine endgültige Entscheidung zu treffen.


Unternehmenschef mit eindeutig politischer Position

Schultz hatte in der Vergangenheit mehrfach deutliche Kritik an der Trump-Administration geübt und den Präsidenten dafür verantwortlich gemacht, in den USA alltäglich Chaos zu verbreiten, zu polarisieren und die Gesellschaft zu spalten. Wiederholt hatte sich Schultz nach Trumps Wahl öffentlich gegen den amerikanischen Präsidenten gestellt. Nach Trumps Dekreten zur Einwanderung von Flüchtlingen und Muslimen im Januar 2017, hatte Starbucks unmittelbar mit der Ankündigung gekontert, in den folgenden fünf Jahren 10.000 Flüchtlinge einstellen zu wollen. Unter der Führung von Howard Schultz hatte sich Starbucks insgesamt eine klar links-progressive Unternehmenspolitik zu eigen gemacht. Allen Mitarbeitern wird eine Krankenversicherung gewährt. Mit ihrer Beschäftigung erwerben die Angestellten automatisch auch Anteile am Unternehmen. Starbucks hatte sich unter dem Vorsitz von Schultz außerdem immer für die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen. Über die soziale Relevanz des Unternehmens und seine Bemühungen, die Rolle von Starbucks als Aktiengesellschaft neu zu definieren, schreibt der Firmengründer derzeit ein Buch.

Howard Schultz hatte das Unternehmen 1987 gegründet. Die Zahl der Filialen stieg unter seiner Leitung rapide von 11 auf 28.000 an. Mittlerweile ist Starbucks weltweit in 77 Ländern vertreten. Schultz selbst hält 37,8 Millionen Starbucks-Aktien und ist mit 3 Prozent aller Anteile der größte Einzelaktionär des Unternehmens.